Mo, 15. Juli 2019
11.07.2019 05:59

Soll Ärzte entlasten

Amazon Alexa soll britische Patienten beraten

Der britische Gesundheitsdienst NHS verbündet sich mit dem Internetriesen Amazon. Dessen Sprachassistent Alexa soll künftig medizinische Beratung für weitverbreitete Krankheiten wie Migräne und Grippe anbieten, um Kosten zu senken und mehr Patienten zu Hause zu helfen. Vor allem ältere und blinde Patienten sollen auf diese Weise Zugang zu Informationen bekommen, die durch das NHS verifiziert sind.

Das erklärte die Regierung am Mittwoch. Bereits jetzt wendeten sich Millionen Menschen an Alexa und andere Sprachassistenten mit Gesundheitsfragen, sagte Gesundheitsminister Matt Hancock. Er wolle sicherstellen, dass sie den allerbesten Rat erhielten. Das Angebot solle strengen Datenschutzbestimmungen zum Schutz der Patienten unterliegen.

Dem NHS fehlt chronisch Geld
Für viele Briten ist das NHS zwar eine geschätzte Institution, die Dienstleistungen von routinemäßigen Arztbesuchen bis hin zu lebensrettenden Operationen anbietet. Der Gesundheitsdienst kämpft aber schon seit Jahren mit massiven Finanzierungsproblemen und Personalmangel.

Der Hausarzt - der General Practitioner - ist auch in Großbritannien normalerweise die erste Anlaufstelle für Menschen, die sich krank fühlen. Die Vorsitzende des Royal College of General Practitioners, Helen Stokes-Lampard, erklärte, der Einsatz von Sprachassistenten könne mehr Arzttermine für diejenigen Patienten freischaufeln, die sie am dringendsten benötigten. „Es könnte einigen Patienten helfen, herauszufinden, welche Behandlung sie benötigen, bevor sie persönliche medizinische Hilfe in Anspruch nehmen, insbesondere bei geringfügigen Beschwerden, für die selten ein Arzttermin erforderlich ist.“

Alexa soll NHS-Website anzapfen
Der Sprachassistent Alexa verwendet über einen Algorithmus Informationen von der NHS-Internetseite, um Antworten auf Fragen wie „Alexa, wie behandele ich eine Migräne?“ oder „Alexa, was sind die Symptome von Windpocken?“ zu finden. Künstliche Intelligenz und Big Data werden immer stärker im Gesundheitswesen eingesetzt. Der Londoner Anbieter Babylon Health hatte kürzlich erklärt, seine Technologie habe in Tests die meisten Ärzte bei der Beurteilung von Krankheitssymptomen übertroffen.

Amazon dringt mit dem Schritt weiter in das Gesundheitswesen vor, nachdem der Konzern im vergangenen Jahr bereits die Internet-Apotheke PillPack übernommen und in den USA eine Partnerschaft mit Berkshire Hathaway und JPMorgan vereinbart hatte, um die Gesundheitskosten für die Mitarbeiter der drei Unternehmen zu senken.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Neuer Sturmstar
Griezmann gut gelaunt beim ersten Barca-Training
Fußball International
Wilde Spekulationen
Speicherkarte mit Neymar-Interview gestohlen
Fußball International
134 Fälle registriert
Quote zu niedrig: Masern-Impfpflicht gefordert
Österreich
Spaß im Flieger
Hier macht sich David Alaba über Gnabry lustig
Fußball International
Lange Leidenszeit
Krass! Leipzigs Wolf kann erst 2020 wieder spielen
Fußball International
Rolltreppen kaputt
Der steinige Weg zur Christus-Statue in Rio
Reisen & Urlaub
Mediziner warnen:
Krebsverdacht um Aufheller für Zuckerl
Österreich

Newsletter