05.07.2019 14:09 |

Genug von „Schnorrern“

Influencer müssen fürs Eis das Doppelte bezahlen

Kostenlose Hotelübernachtungen, Essen oder Drinks gegen wohlwollende Postings auf Instagram und in anderen sozialen Netzwerken - das ist das Geschäftsmodell vieler Influencer. Bei Joe Nicchi kommt das allerdings gar nicht gut an: Influencer, die bei ihm ein Gratis-Eis „erschnorren“ wollen, müssen neuerdings das Doppelte bezahlen. Im Netz und auf der Straße wird der Besitzer eines fahrbaren Softeis-Standes in Los Angeles dafür jetzt gefeiert.

„Influencer zahlen das Doppelte“ steht seit Kurzem auf einem Schild von CVT Soft Serve, einem in Los Angeles beliebten Eis-Wagen. Dessen Besitzer, Joe Nicchi, hatte eines Tages genug von Instagramern, die sich als Gegenleistung für ein Posting auf der Foto-Plattform ein kostenloses Eis versprachen.

„Es ist uns wirklich egal, ob du ein Influencer bist oder wie viele Follower du hast. Du wirst für ein Posting auf deiner Seite niemals ein kostenloses Eis von uns bekommen“, schrieb Nicchi auf Instagram, ergänzt um den Hashtag #InfluencersAreGross - „Influencer sind widerlich“.

„Wir sind die Anti-Influencer-Influencer“
Das kam offenbar so gut an, dass Nicchi nicht nur binnen kurzer Zeit Tausende neue Follower auf Instagram hinzugewinnen konnte, sondern sich seitdem auch über einen regelrechten Ansturm auf sein Eis freuen kann. Seine Kundenanzahl habe sich verdoppelt, schildert Nicchi gegenüber dem britischen „Guardian“. „Wir sind die Anti-Influencer-Influencer.“

Nicchi, der hauptberuflich eigentlich Schauspieler ist und seit 2014 mit dem Eis-Truck sein Einkommen aufzubessern versucht, hofft, dass er mit seiner Aktion andere Betriebe dazu inspiriert, „standhaft zu bleiben und den Leuten zu sagen, sie sollen scheißen gehen“. Er könne sein Eis nicht verschenken, weil er damit Geld verdienen müsse. Aber offensichtlich würden viele Influencer nicht danach fragen, wenn sie keine Gratis-Leistungen erhalten würden. 

Überlebe auch ohne Instagram“
Auch die Anfrage eines bekannten Schauspielers, der sich im Gegenzug für ein Foto Gratis-Eis für die Filmcrew erhoffte, schlug Nicchi laut eigenen Angaben aus. „So sehr ich das auch gerne tun würde, ich glaube nicht, dass die Schule meines Kindes Werbefotos als eine Form der Schulgebühren akzeptiert“, verglich er die Situation.

Seine aktuelle Bekanntheit genießt der Eis-Truck-Besitzer zwar, darauf verlassen oder gar abhängig von ihr sein will er aber nicht. „Sollte Instagram morgen verschwinden, würde mein Eisgeschäft das überleben - im Gegensatz zum Geschäftsmodell vieler Influencer.“

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