26.06.2019 06:25 |

E-Government

Erst jeder Dritte nutzt digitale Behörden-Services

Erst drei von zehn Österreichern verwenden digitale Dienstleistungen öffentlicher Einrichtungen. Was die Nutzung elektronischer Behörden-Services anbelangt, zählen Bürger hierzulande damit einer aktuellen Untersuchung zufolge im internationalen Vergleich zu den Muffeln.

Wie die Untersuchung der Beratungsfirma Boston Consulting Group unter dem Titel „Digital Government Survey“ zeigt, machen in Indien oder den Vereinigten Arabischen Emiraten rund sieben von zehn Bürgern von öffentlichen Online-Services Gebrauch, in Argentinien, Malaysia, Marokko oder China immerhin fünf von zehn. Ähnliche Muffel wie die Österreicher sind lediglich die Kanadier oder die Schweizer.

„Angebote entsprechen nicht dem, was die Bürger wollen“
„Die geringe Zahl der Nutzer in Österreich deutet darauf hin, dass die Angebote nicht dem entsprechen, was die Bürger wollen“, sagte Benjamin Grosch, Leiter der Beratung im öffentlichen Sektor von BCG in Deutschland, in einer Aussendung am Dienstag. Denn während knapp 90 Prozent der befragten Österreicher das Internet zwar täglich für persönliche Belange nutzen, beschränkt sich der Gebrauch digitaler Dienstleistungen der öffentlichen Verwaltung auf jeden dritten.

Wenig nutzerfreundlich
Der Befragung zufolge hat Österreichs Verwaltung Potenzial in Sachen Nutzerfreundlichkeit: Vermisst werde im täglichen Gebrauch etwa eine einfache und intuitive Bedienung, eine Online-Live-Beratung durch Behördenmitarbeiter sowie die Möglichkeit, Ratschläge und Erfahrungen mit anderen Nutzern auszutauschen. 
Zudem gaben acht von zehn Befragten zwar an, dass sich das Angebot in den vergangenen zwei Jahren verbessert habe, aber nur 26 Prozent sind der Meinung, dass es sich dabei um eine deutliche Verbesserung gehandelt habe.

Geringe Zufriedenheit
Überhaupt sei das Niveau der Zufriedenheit vergleichsweise gering: Nur jeder zweite Österreicher sei insgesamt mit den Digitalangeboten der Behörden zufrieden. Länder wie Großbritannien (63 Prozent), Estland (62 Prozent), die Niederlande (62 Prozent), Indien (60 Prozent) und Australien (59 Prozent) haben höhere Zustimmungsraten zum digitalen Behördenservice. 
„Die Bürger sind offen für digitale Behördenservices. Es liegt nun an den Behörden, diese Services zur Verfügung zu stellen und sich weiterzuentwickeln“, so Grosch. Damit würde sich auch der Verwaltungsaufwand insgesamt verringern.

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