Mi, 19. Juni 2019
27.05.2019 10:09

Forschung, die ankommt

Keine Angst vorm Robo-Doc

Wie sich künstliche Intelligenz und Digitalisierung nutzen lässt, präsentierte die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) in Wien bei einem spannenden Event zum Thema Künstliche Intelligenz. Was wir in der Medizin davon erwarten dürfen.

„Das erste, was man mich immer fragt, ist, wann der Terminator Realität wird. Darum geht es aber bei Künstlicher Intelligenz gar nicht“, berichtete Dr. Martina Mara, Professorin für Roboterpsychologie an der Johannes Kepler Universität Linz im Zuge der „LBG Meet Science 2019“. Es wurden zahlreiche innovative Forschungsprojekte aus dem Gesundheits-, Sozial-, Stadtplanungsgebiet wie auch der Zeitgeschichte vorgestellt. Präsident der LBG, DI Josef Pröll, betonte in der Eröffnungsrede, dass der digitale Wandel für die Wissenschaft enorme Chancen bereit hält, die letztendlich uns allen zugute kommen. „Krone Gesund“ konnte sich vor Ort davon überzeugen. Allein die Tatsache, dass es so ein Berufsfeld wie „Roboterpsychologie“ überhaupt gibt, mag in Staunen versetzen. Tatsächlich ist die Künstliche Intelligenz (KI) längst auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft und sie hat nichts zu tun mit dem Hollywood-Horrorszenario wild gewordener Maschinen, welche die Welt unterwerfen wollen.

„Wir dürfen nicht vergessen, dass die Programme von Menschen mit Informationen gespeist werden und wir dafür die Verantwortung tragen. Sie können keine Gefühle entwickeln und selbst, wenn wir das Aussehen eines Roboters nach unserem Vorbild wählen, kann er nicht eigenständig menschlich agieren“, führt die Expertin aus. Beispiel Pflegeroboter: Aus Japan kommend, sind sie bei uns derzeit als Pilotprojekt in der Sozialhilfe im Einsatz und füllen dort die Lücke durch fehlendes Personal. Mahlzeiten austeilen, Betten bewegen, Menschen heben, in einen Rollstuhl setzen, Unterhaltung und Lernprogramme sowie administrative Tätigkeiten gehören zum Repertoire. Prof. Mara: „Damit können die Pflegenden mehr Zeit für soziale Aspekte in ihrer Arbeit aufbringen."

Roboterassistierte Chirurgie, die minimal invasiv mit kleinen Schnitten auskommt, wird immer häufiger eingesetzt, z. B. in der Urologie, bei der Entfernung von Gallenblase oder Blinddarm. Neue Anwendungsgebiete ergeben sich derzeit bei Brust- und Bauchoperationen. 22 Robotersysteme gibt es schon, 13 davon noch in der Entwicklungsphase. Am Ludwig Boltzmann Institut für Health Technology Assessment werden nun herkömmliche Methoden für Eingriffe mit diesen Technologien verglichen. Am Ludwig Boltzmann Institut für Osteologie wird v.a. an Material, Struktur und Funktion des Knochens geforscht. Ein Teil der Arbeit besteht darin, ein Porennetzwerk im Knochen, das von bestimmten Zellen (Osteozyten) gebildet wird, zu visualisieren und dreidimensional darzustellen. Dieses Netzwerk ist weit komplexer als bisher angenommen und könnte auch von bestimmten Krankheiten negativ beeinflusst werden.

Karin Podolak, Kronen Zeitung

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