"Silversurfer"

Bereits über die Hälfte der Senioren ist im Internet aktiv

Web
12.02.2010 11:10
Bereits 57 Prozent der über 60-Jährigen gehen mehrmals täglich oder fast täglich ins Internet. Nur neun Prozent der Senioren sind seltener als einmal pro Monat oder nie online, wie aus einer am Donnerstag präsentierten Studie der GfK Austria hervorgeht. "Lesen, Schreiben und Rechnen reicht in der heutigen Zeit nicht mehr aus. Das Internet ist zur unverzichtbaren Kulturtechnik geworden", erklärte Heinz Becker, Generalsekretär des Österreichischen Seniorenbundes.

Am häufigsten surfen Senioren vor allem zu Hause. Nur zehn Prozent waren noch berufstätig und nutzten vom Arbeitsplatz aus das Internet. Die Möglichkeiten, mobil mittels eines Laptops oder Handys, bei Freunden und Bekannten oder an öffentlichen Plätzen online zu surfen, nimmt die ältere Generation kaum wahr.

E-Mail für Senioren am wichtigsten
Die wichtigste Funktion, die das World Wide Web den Senioren bietet, ist das Empfangen und Versenden von E-Mails. Mit rund 80 Prozent liegt die Kommunikation an erster Stelle, gefolgt vom einfachen Surfen im Internet und der Suche nach speziellen Informationen. Bereits 32 Prozent wickelten ihre Bankgeschäfte über den Computer ab. 

Unterhaltung nebensächlich
Die Unterhaltung hingegen spielt mit 26 Prozent in dieser Altersgruppe nur eine geringe Rolle, auch Funktionen wie Einkaufen, Reisebuchungen oder Foto- und Video-Sharing werden äußerst selten von der Generation 60-Plus genutzt. Allerdings besteht der Wunsch, Formulare für Amtswege online besorgen zu können und herauszufinden, welche Stelle für was zuständig ist.

Das Enkerl soll's richten
Nichtnutzer gaben als häufigsten Verweigerungsgrund (43 Prozent) an, dass sie das Internet vermeiden wollen und lieber Menschen aus der jüngeren Generation bitten, Online-Vorgänge zu erledigen. 36 Prozent interessiert sich schlicht nicht genug fürs Web und 34 Prozent gaben an, sich nicht ausreichend damit auszukennen. 30 Prozent wiederum haben technisch keine Ausrüstung und somit keine Möglichkeit, online zu gehen. Rund ein Viertel hat nicht genügend Geld für einen Internetanschluss.

"Noch immer sind eine Million ältere Menschen vom Internet praktisch ausgeschlossen. Diese Diskriminierung kann so nicht weitergehen", erklärte Becker und fordert daher gezielte Maßnahmen für Senioren.

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