Die neue GS ist da!

BMW R 1250 GS: „Heilige Kuh“ bekommt neuen Motor

Motor
18.09.2018 16:18
Porträt von krone.at
Von krone.at

BMW legt erneut Hand an die „heilige Kuh“ und überarbeitet die R 1200 GS, die damit zur BMW R 1250 GS wird. Der Motor wächst von 1170 auf 1254 ccm und bekommt erstmals eine variable Ventilsteuerung, außerdem ein Leistungsplus. Die Reiseenduro-PS-Rallye von Ducati und KTM machen die Münchner aber nicht mit.

Obwohl der Boxermotor der großen GS bisher „nur“ 125 PS hatte, war zu geringe Leistung kaum ein Argument gegen einen Kauf. Laufruhig und kraftvoll schon aus dem tiefsten Drehzahlkeller sorgte der teilweise wassergekühlte Zweizylinder für Wohlbefinden beim Fahrer. Künftig soll alles noch besser werden. Die R 1250 GS kommt auf 136 PS, das maximale Drehmoment stieg von 125 auf 143 Nm, zudem liegt es bereits bei 6250 statt 6500 Touren an.

Völlig neu ist die variable Auslegung von Ventilsteuerzeiten und -hub. Die einteilige Einlass-Schaltnockenwelle verfügt über zwei Nocken pro zu betätigendem Ventil: eine Teillast- und eine Volllastnocke mit jeweils unterschiedlich gestalteter Nockengeometrie. Bei der Teillastnocke werden Verbrauch und Laufkultur optimiert, bei der Volllastnocke die Leistung. Die axiale Verschiebung der Einlassnockenwelle erfolgt über eine Schaltkulisse auf der Nockenwelle und einen dort befindlichen elektromechanischen Aktuator. Auf diese Weise werden die Einlassventile von einer der beiden Nocken aktiviert. Bei der Volllastnocke steht der gesamte Ventilhub zur Verfügung, bei der Teillastnocke nur ein Teil davon.

Mithilfe der Shift-Cam-Technik öffnen sich zudem die Einlassventile asynchron, so dass das eingespritzte Benzin-Luftgemisch einen speziellen Drall erhält, was zu einer verbesserten Verbrennung führt. Günstigere Emissionswerte sind die im Hinblick auf die künftige Euro-5-Norm höchst erwünschte Wirkung, dazu kommt eine vierprozentige Verbrauchsreduzierung. Angesichts der Leistungsdaten stellt der Konsum von durchschnittlich 4,75 Liter Benzin auf 100 Kilometer Strecke einen bemerkenswert guten Wert dar.

Um ihn und die verbesserte Laufkultur zu erreichen, bedurfte es weiterer Mittel: So hat BMW eine neue Motorsteuerung (BMS-O) installiert und den Nockenwellenantrieb von Rollenkette auf Zahnkette umgestellt. Auch Ölversorgung und Kolbenbodenkühlung wurden optimiert, um höheren Temperaturen in Folge der besseren Verbrennung und des magereren Gemischs gewachsen zu sein. Für die optimierte Gemischaufbereitung stehen neuartige Zweistrahl-Einspritzdüsen zur Verfügung. Hinzu kommt eine neue Abgasanlage.

Die Revolution im Motor-Inneren ist der GS von außen kaum anzusehen: Weil sich weder die Silhouette noch wichtige Bauteile verändert haben, verrät neben geringfügig anders gestalteten Zylinderkopfhauben nur der Schriftzug „1250“ das 2019er-Modell. Fahrwerk, Bremsen und Ergonomie bleiben unverändert, lediglich die Ausstattung wird dem Zeitgeist entsprechend verbessert: Sowohl das bisher aufpreispflichtige LED-Licht wird Serienbestandteil als auch das 6,5 Zoll große vollfarbige TFT-Display im Cockpit. Zusammen mit dem Leistungsplus erscheint die Preisanhebung von 18.500 auf nunmehr 19.700 Euro verschmerzbar.

Markteinführung in Österreich: 13. Oktober 2018.

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