Heute Abend startet die 23. Fußball-Weltmeisterschaft in Mexiko, Kanada und den USA, die vollständig im ORF und auf ServusTV zu sehen ist. Wir erinnern uns zur Vorbereitung noch einmal an eruptive Ausbrüche und kultige Sprüche aus der Fußball-TV-Historie zurück.
Fans des runden Leders bleibt der 10. März 1998 wohl für immer in Erinnerung. Dem damals für den FC Bayern München tätigen Star-Trainer Giovanni Trapattoni platzte bei einer Pressekonferenz der Kragen und die Dreieinhalb-Minuten-Wutrede ging in die Geschichte ein. „Ein Trainer ist nicht ein Idiot!“, „Was erlauben Strunz?“ und vor allem „Schwach wie eine Flasche leer!“ – Sätze, die heute jeder Amateurkicker aus dem Effeff zitieren kann.
Nach drei Niederlagen in Serie war der Grandseigneur nicht mehr zu halten, doch die Brandrede verfehlte ihre Wirkung nicht. Nach dem öffentlichkeitswirksamen Poltern sollte sein Team bis Saisonende national kein Spiel mehr verlieren. Und besagter Thomas Strunz spielte noch zwei Jahre im Verein.
Vom Urschrei zum Klingelton
Wenn es beim Fußball um Pleiten, Pech, Pannen und (unfreiwilligen) Humor geht, muss man aber keinesfalls über die Landesgrenzen schauen. Als Hans Krankl bei der WM 1978 das 3:2 gegen Deutschland schoss, war nicht nur der bis heute anhaltende Córdoba-Mythos geboren. Radiomoderator Edi Finger sen. ging mit seinem eruptiven „Tooor, Tooor, Tooor ... i wer narrisch!“-Schrei in die heimische Rundfunkgeschichte ein. Ein halbes Jahrhundert später tönt die Jubelarie auch schon mal als Handyklingelton in der U-Bahn.
Besagter Krankl wurde später selbst mehrfach zum kultigen Sprücheklopfer. 1992 zerschellt ORF-Reporter Wolfgang Koczi an der stoischen Verschwiegenheit des damaligen Rapid-Trainers. „Hans Krankl, sogn S’ irgendwas.“ Diesem Hinweis kontert er kaugummikauend mit dem Konzerthinweis „U2. Morgen. Donauinsel“. Den bitteren Ausgleich im WM-Quali-Spiel gegen Nordirland 2004 bezeichnete die Stürmerlegende als „irreregulär“.
Es war die Technik
ORF-Reporter Hans Huber attestierte man 1997 bei seinem „Die Schweeeeeden sind ein ganz harter Brocken“ Betrunkenheit – schuld waren „technische Probleme“. Unvergessen ist auch Österreichs 0:9-Schmach gegen Spanien 1999 – Teamverteidiger Toni Pfeffer ging beim Halbzeitinterview (beim Stand von 0:5) mit dem Satz „Na, hoch werd ma’s nimmer gwinnen“ in die Geschichte ein.
Der Geduldsfaden riss wiederum Sturm-Verteidiger Günther Neukirchner 2005 nach einer 0:4-Derbyklatsche gegen den Stadtrivalen GAK. Reporter Gerhard Krabaths Interview treibt ihn in den Wahnsinn: „Das is die nächste deppate Frog!“ Ein Happy End gibt’s dafür mit Herbert Prohaska – sein „Gute Nacht“ samt übertriebenem Zwinkern ist seit einem Vierteljahrhundert Kult.
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