Erschreckende Zahl

Datendiebstahl betrifft weltweit 700 Mio. Personen

Web
14.12.2009 11:08
Die Fälle von elektronischem Datendiebstahl und -verlust nehmen laut einer aktuellen Analyse des international tätigen Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG weltweit stark zu. Die Zahl der Betroffenen habe sich "in den vergangenen drei Jahren mehr als verdoppelt", erklärte Michael Schirmbrand, Geschäftsführer der KPMG im Bereich IT-Advisory. Seit 2005 sei die Zahl der Betroffenen auf 700 Millionen angewachsen.

Unternehmensmitarbeiter, die Notebooks oder USB-Sticks verlieren, seien die Hauptursache für Datenverlust, so Schirmbrand. Aber auch kriminelle Machenschaften wie Spionage spielten eine Rolle. 

In jedem fünften Fall ist der Diebstahl oder Verlust eines Computers die Ursache für das Abhandenkommen von Daten. Weitere Gründe sind laut dem jüngsten "KPMG Data Loss Barometers": Netzwerke und das Internet (14 Prozent), menschliches Versagen (zwölf Prozent), unsachgemäße Entsorgung (zwölf Prozent), Hacker (elf Prozent) sowie kriminelle Insider (elf Prozent). Weltweit ist die Zahl der Betroffenen seit dem Jahr 2005 auf 700 Millionen Menschen angewachsen, hieß es in einer Aussendung des Unternehmens.

Seit 2005 erscheint die Studie in halbjährlichen Abständen, eigene Daten aus Österreich weist der Report allerdings nicht aus. "Aus unserer täglichen Arbeit können wir aber sagen, dass die weltweiten Zahlen zu 85 Prozent mit Österreich vergleichbar sind", meinte Schirmbrand.

Staatliche Stellen am anfälligsten
Weitere Ergebnisse: Die Zahl der von Hacking Betroffenen ist zwischen Jänner und Juni 2009 laut KPMG um acht Prozent gestiegen. Zurückzuführen sei das auf zunehmende Wirtschaftsspionage, vor allem in Asien. Aber auch auf "sogenannte Computer-Kids", die sich Zugang zu fremden Daten verschaffen.

Jeder vierte Vorfall im ersten Halbjahr 2009 betraf Regierungen und ihre Einrichtungen. Staatliche Einrichtungen gelten somit als unsicherste Branche in Bezug auf Datensicherheit. 38 Prozent der Fälle hatten mit dem Diebstahl oder dem Verlust von persönlichen Informationen zu tun (z.B. Adressen, Geburtsdaten, etc.). 26 Prozent betrafen Identitätskennzahlen wie etwa Sozialversicherungsnummern.

Mitarbeiter Hauptverursacher bei Datenverlust
Eine Zunahme um zwölf Prozent war beim Diebstahl oder Verlust von Daten im Zusammenhang mit Bankkonten zu verzeichnen. Signifikant ist laut KPMG-Studie, dass es beim Datenverlust durch die eigenen Mitarbeiter zu einem Anstieg um 68 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gekommen ist. "Die Kombination aus ökonomischen Druck und immer attraktiveren Angeboten von Mitbewerbern und kriminellen Organisationen, die Mitarbeiter zum Datendiebstahl verleiten, können diesen Anstieg erklären", so Schirmbrand. "Menschen sind meistens das anfälligste Glied in der Sicherheitskette. Unternehmen sollten deshalb verstärkt auf jene Mitarbeiter achten, die Zugang zu sensiblen Daten und Systemen haben."

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