Die Wettbewerbshüter hatten Rambus vorgeworfen, das Unternehmen kassiere zu viel für Patente auf sogenannte DRAM-Chips (Dynamic Random Access Memory) und missbrauche damit seine marktbeherrschende Stellung. 95 Prozent aller auf dem Markt erhältlichen Chips stammen laut Kommissionsangaben von Rambus. Die Chips werden in Computern und Spielekonsolen eingesetzt.
Rambus verschwieg Patente
Das Unternehmen soll in einem Verfahren, in dem diese Chiptechnologie zum einheitlichen Standard für Computer erhoben wurde, verschwiegen haben, dass es hierfür bereits Patente besaß. Anschließend konnte Rambus die Preise für die Nutzungsrechte in die Höhe treiben, da Anwender die Technologie verwenden mussten. Kommissarin Kroes sprach von einer "Patentfalle", die einen Schaden von 38 Millionen Euro verursacht habe.
Die Kommission ermittelte seit 2007 gegen das Unternehmen. Dies war das erste Mal, dass die Wettbewerbshüter in einem solchen besonderen Patent-Fall aktiv wurden. Im Juni bot Rambus schließlich an, seine Lizenzgebühren fünf Jahre lang zu begrenzen sowie für weitere ähnliche Technologien die Gebühren zeitweise sogar auszusetzen. Mit Ausnahme "sehr kleiner" Änderungen hat die Kommission die Verpflichtung nun angenommen.
Geschädigte könnten trotzdem klagen
"Die Verpflichtung von Rambus reicht aus, um den Bedenken der Kommission Rechnung zu tragen", sagte Kroes. Geschädigte Unternehmen könnten allerdings "in einigen Ländern" vor Gericht ziehen und auf Schadensersatz klagen.
Bei Wettbewerbsverfahren wie gegen Rambus drohen Sanktionen und hohe Bußgelder von bis zu zehn Prozent eines Jahresumsatzes. Gegen den Chip-Weltmarktführer Intel etwa war die Kommission wegen des Verdachts des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung hart ins Gericht gegangen. Sie verhängte eine Rekordbuße von 1,6 Milliarden Euro.
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