schülerVZ-Datenhack

Verdächtiger nimmt sich in U-Haft das Leben

Web
02.11.2009 10:10
Der 20-Jährige, der wegen versuchter Erpressung des Internet-Netzwerks schülerVZ in Untersuchungshaft saß, hat Selbstmord begangen. Er wurde tot in seiner Zelle in der Berliner Jugendstrafanstalt Plötzensee gefunden. Der Sprecher der Justizverwaltung, Bernhard Schodrowski, bestätigte den Suizid. Zu weiteren Einzelheiten wollte er sich nicht äußern.

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte am Sonntag, der Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Erpresser sei wegen Fluchtgefahr erlassen worden. Die Staatsanwaltschaft hatte diesen beantragt. In Plötzensee sind nach Justizangaben neben jugendlichen Strafgefangenen auch Untersuchungshäftlinge untergebracht.

Der aus dem bayrischen Erlangen stammende Mann war vor zehn Tagen in Berlin festgenommen worden. Er hatte persönliche Daten von mehr als einer Million schülerVZ-Nutzer aus dem Netzwerk kopiert und wollte damit 80.000 Euro von den Betreibern erpressen. Bei einem Treffen mit Vertretern der VZ-Netzwerke forderte er Geld. Daraufhin schalteten die schülerVZ-Betreiber die Polizei ein. Der 20-Jährige hatte den Ermittlungen zufolge auch Daten von studiVZ- und meinVZ-Teilnehmern gesammelt, diese aber noch nicht veröffentlicht.

Die Betreiber von schülerVZ nahmen am Wochenende zu dem Vorfall Stellung. "Wir kennen keine Hintergründe und bedauern diese Entwicklung zutiefst. Allen Angehörigen sprechen wir unser Beileid aus", hieß es im Unternehmens-Blog. Die VZ-Netzwerke betreiben neben schülerVZ auch studiVZ und meinVZ. Sie sollen insgesamt rund 15 Millionen Mitglieder haben.

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