Europäische Start-Ups hätten es aber schwerer, als ihre US-Kollegen. Aus der Sicht Hughes konzentrieren sich junge Web-2.0-Firmen in Europa eher auf eine lokale, spezifische Zielgruppe als US-amerikanische. Das sei zwar für viele User nützlicher, allerdings können Unternehmen dadurch schwerer eine angemessene Größe erreichen, um wirklich bekannt zu werden und Geld zu verdienen.
Werbung als mögliches Geschäftsmodell
Wie Web-2.0-Unternehmen langfristig profitabel sein können, kann laut Huhges nicht eindeutig beantwortet werden. Einige würden es mit Abonnements versuchen, andere mit Werbung oder mit Service-Gebühren. Facebook mache sein Geld durch Werbung. "Das Ziel ist, Beziehungen zwischen den Vermarktern, Menschen und Marken zu schaffen", so der 25-jährige Harvard-Absolvent. Dass personalisierte Werbung User vertreiben könnte, glaubt er nicht. Wenn ein Nutzer über einen neuen Kinofilm informiert wird und diese Information mit seinen Online-Freunden teilen kann, hätten beide Seiten, User und Werber, etwas davon.
Erst vor einem Monat musste Facebook allerdings sein umstrittenes Werbeprogramm "Beacon" im Zuge einer außergerichtlichen Einigung abschalten. "Beacon", das Online-Freunde automatisch über Einkäufe bei Facebook-Werbepartnern informierte, löste massive User-Proteste aus.
300 Millionen Nutzer
Facebook hat laut Eigenangaben über 300 Millionen Nutzer, verdient aber erst seit September 2009 genug, um seine Kosten zu decken. Dennoch hatte Microsoft im Herbst 2007 rund 240 Millionen Dollar für 1,6 Prozent Facebook-Vorzugsaktien auf den Tisch geblättert. Das hätte einem Gesamtwert von 15 Milliarden Dollar entsprochen.
Diesen Sommer wurde Facebook durch den Einstieg des russischen Internetkonzerns Digital Sky Technologies (DST) mit nur mehr 6,5 Milliarden Dollar bewertet. DST hatte im Mai und Juli für einen insgesamt 3,5-prozentigen Anteil 300 Millionen Dollar in Facebook gesteckt. Anfang Oktober wurde dann bekannt, dass DST um weitere 100 Millionen Euro aufstocken will.
Obama-Onlinewahlkampf geleitet
Hughes hatte 2004 gemeinsam mit seinen Studien- und Zimmerkollegen Mark Zuckerberg und Dustin Moskovitz Facebook gegründet. 2007 verließ er das Unternehmen, um die Online-Wahlkampagne für US-Präsident Barack Obama zu leiten. Anfang diesen Jahres ging er zu General Catalyst Partners, einem Unternehmen, das in junge IT- und Ökoenergie-Unternehmen investiert. Sein Kommilitone Zuckerberg gilt als jüngster Milliardär aller Zeiten.









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