Mo, 24. September 2018

Explosion drohte

16.03.2018 14:29

Nur Glück rettete Ölfirma vor Hacker-Katastrophe

Ein Hackerangriff, der vor einigen Monaten in Saudi-Arabien eine Firma aus der Ölbranche getroffen haben soll, hätte laut Informationen der US-Zeitung „New York Times“ beinahe zur Katastrophe geführt. Nur ein Bug in der Schadsoftware der Angreifer habe demnach eine Explosion verhindert, die etliche Menschenleben fordern hätte können. Als Urheber des Angriffs wird der Iran verdächtigt.

Wie die Zeitung unter Berufung auf zahlreiche Experten berichtet, soll es den Angreifern gelungen sein, Steuergeräte des französischen Herstellers Schneider Electric zu kapern. Zur Explosion sei es in der gehackten Firma im August nur deshalb nicht gekommen, weil der verwendete Schadcode einen Programmierfehler enthielt. Er rettete möglicherweise das Leben von Arbeitern.

Fabriken und Kraftwerke weltweit gefährdet
Obwohl der Zwischenfall glimpflich ausgegangen ist, schrillen bei IT-Sicherheitsforschern die Alarmglocken. Die Steuerelektronik von Schneider Electric kommt weltweit in zigtausenden Fabriken, aber auch Kraftwerken zum Einsatz. Wenn die Hacker ihre Fehler mittlerweile ausgebügelt haben, und davon gehen Experten aus, könnten sie in vielen Ländern weltweit massive Schäden anrichten.

Erfolgreiche Angriffen auf die Steuergeräte setzen zwar voraus, dass es den Hackern zuvor gelingt, in die IT der angegriffenen Firma einzudringen und sich dort frei genug bewegen zu können. Dass die Angreifer über die dafür nötigen Fähigkeiten verfügen, gilt aber als wahrscheinlich. Nach der Analyse des Angriffes in Saudi-Arabien vermutet man einen Staat als Drahtzieher.

Verdacht fällt auf den Iran als Drahtzieher
Das nötige Wissen für eine so komplexe Hackerattacke haben nur wenige Länder, etwa die USA, Israel, China, Russland und der Iran. Angesichts der angespannten Verhältnisse zwischen dem Iran und Saudi-Arabien und einiger Indizien, die nach dem Angriff in der Fabrik entdeckt wurden, bleibe aber nur der Iran als Hauptverdächtiger übrig, heißt es in dem Bericht.

Gerätselt wird nun, wo die Hacker als nächstes zuschlagen könnten. In Saudi-Arabien ist man ob der jüngsten Vorgänge alarmiert. Man vermutet, dass die verwendete Malware mittlerweile von ihren „Kinderkrankheiten“ befreit wurde und beim nächsten Mal effektiver zuschlagen könnte. Und das Verhältnis zum Iran hat sich in den letzten Monaten nicht gerade gebessert.

 krone.at
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