Mi, 18. Juli 2018

Verdient haben andere

31.01.2018 12:07

YouTube-User schürften wider Willen Kryptogeld

YouTube-Nutzer sind im Zuge einer Kampagne mit manipulierten Werbeanzeigen gegen ihren Willen als Kryptogeld-Schürfer eingesetzt worden. Die Anzeigen wurden offenbar über die Werbeplattform DoubleClick verbreitet worden und zwackten bis zu 80 Prozent der verfügbaren Rechenleistung ab, um im Hintergrund die digitale Währung Monero zu erzeugen. Die Nutzer wunderten sich derweil über die ungewöhnlich hohe Systemlast beim YouTube-Schauen.

Entdeckt wurde die Schürferei wider Willen, als Ende vergangener Woche Nutzer sozialer Medien von ungewöhnlicher Systemlast beim Aufruf von YouTube berichteten, meldet das IT-Portal „Ars Technica“. Analysen des japanischen IT-Sicherheitsunternehmens Trend Micro ergaben, dass sich durch die manipulierten Werbeanzeigen – manche priesen den Download gefälschter Antiviren-Software an – das Aufkommen von Mining mithilfe gekaperter Browser weltweit stark erhöht hatte.

Die YouTube-Werbung, die das System anzapfte, kursierte laut Trend Micro in Japan, Frankreich, Taiwan, Italien und Spanien. Die Reklame nutzte zwei verschiedene JavaScript-Techniken, um die Rechenleistung des Computers anzuzapfen und lastete den Prozessor beim YouTube-Schauen zu rund 80 Prozent aus.

YouTube war das perfekte Ziel für Schürf-Reklame
Der Sicherheitsforscher Troy Mursch führt aus: „YouTube wurde vermutlich deswegen ausgewählt, weil die Nutzer üblicherweise längere Zeit auf der Seite verbringen. Das ist das wichtigste Ziel für sogenannte Cryptojacking-Malware, weil sie mehr Geld erzeugt, je länger die Nutzer Kryptogeld errechnen.“ Laut Mursch ist es nicht der erste derartige Fall. Erst im September wurde etwa beim US-Kabelanbieter Showtime ebenfalls Kryptogeld schürfende Reklame eingeschleust.

YouTube-Betreiber Google hat sich verärgert über die manipulierte Werbung gezeigt und die Schürf-Reklame mittlerweile entfernt. Google selbst gibt an, die Werbung binnen weniger Stunden nach ihrer Entdeckung entfernt zu haben und sich das Phänomen, dass die CPU-Leistung der Nutzer zwecks Kryptogeld-Erzeugung angezapft wird, genau anzuschauen. Bei Trend Micro geht man derweil davon aus, dass die Schürferei rund eine Woche lief, bevor Google ihr einen Riegel vorgeschoben hat.

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