"Für uns ist der Deal ein durchschlagendes Ereignis", sagte On-Demand-Books-Chef Dane Neller am Mittwoch bei der Vorstellung der Druckmaschine am Google-Sitz im kalifornischen Mountain View. "So wird der Kreis geschlossen", sagte Google-Sprecherin Jennie Johnson. "Es wird Menschen ermöglichen, wieder Bücher in den Händen zu halten, die sonst nirgendwo mehr zu haben sind."
Fürs Erste stellt der Internetgigant rund zwei Millionen Bücher zur Verfügung, die vor 1923 veröffentlicht wurden und daher in den Bereich der sogenannten "Public Domain" fallen, also nicht länger urheberrechtlich geschützt sind. In Zukunft möchte Google jedoch auch Bücher zugänglich machen, die noch urheberrechtlich geschützt, aber nicht mehr erhältlich sind.
Rund sechs Millionen von Google bereits digitalisierte Bücher könnten dann nachgedruckt werden, wobei ein Dollar des Verkaufspreises an Google und ein weiterer an On Demand Books gehen soll. Drei weitere Dollar würden für den Druck benötigt, den endgültigen Preis sollen die Händler bestimmen. Google selbst möchte seine Einnahmen in einen Fonds zur Unterstützung von Digitalisierung spenden.
Die rechtlichen Grundlagen für dieses Vorhaben sind jedoch noch nicht geschaffen. Ein Beschluss über das sogenannte "Google Book Settlement" soll Anfang Oktober gefällt werden. Der gerichtliche Vergleich zwischen dem Konzern und Verbänden von Autoren und Verlegern sieht vor, dass auch Copyright-geschützte Bücher online durchsucht und in Ausschnitten veröffentlicht werden dürfen. Vor allem in Europa ist Googles Mammutprojekt der Digitalisierung von Büchern heftig umstritten, weil eine systematische Verletzung der Urheberrechte befürchtet wird.
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