Schutz vor Spionage

Uni entwickelt Alarmanlage gegen Hacker-Angriffe

Web
07.04.2009 10:21
Ein neues Frühwarnsystem soll Computer-Netzwerke künftig besser gegen Hacker-Angriffe schützen. Forscher der Universität Bremen sowie der Fachhochschule Gelsenkirchen in Deutschland entwickeln zurzeit eine Art Alarmanlage, die Datenspionage rechtzeitig aufdecken und so Schäden verhindern soll.

Seit etwa einem halben Jahr analysieren die Wissenschaftler dafür Daten, die externe Computer an Netzwerke senden. Nach Angaben von Otthein Herzog, Professor für Künstliche Intelligenz an der Universität Bremen, untersuchen sie dabei nur die Datentypen und -adressen, aber nicht die Inhalte. "Aus der Masse dieser Daten filtern wir dann diejenigen raus, die den Angriff von Hackern anzeigen", erläuterte der Gelsenkirchener Professor Norbert Pohlmann.

Dadurch können die Forscher die Verhaltensmuster von Hackern identifizieren, die sich mit Hilfe bestimmter Strategien in die Netzwerke einschleichen. Diese Muster kennt das auf künstlicher Intelligenz basierende Frühwarnsystem und kann sie deshalb enttarnen. "Es lernt mit jedem Angriff dazu und wird besser", ergänzte Herzog. 

Allein in Deutschland kommt es täglich zu mehr als 120.000 Hacker-Angriffen auf Computer. Die wirtschaftlichen Schäden belaufen sich nach Schätzungen des Bundesforschungsministeriums auf mehrere Milliarden Euro pro Jahr - Tendenz steigend. In vielen Fällen bemerken die betroffen Firmen oder staatlichen Einrichtungen allerdings gar nicht, dass Datendiebe in ihre Computernetzwerke eingedrungen sind. "75 Prozent dieser Angriffe können bisher nicht erkannt werden", so Herzog.

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