Der Umsatzrückgang geht Hand in Hand mit der zunehmenden Abwendung von der CD als physischem Tonträger, die jedoch noch immer 80 Prozent am österreichischen Gesamtmarkt hat, und vollzieht sich in einem Umfeld, wo illegale Downloads den Musikkonsum vieler Internetuser bestimmen. Hoffnungsträger für den Musikverkauf ist einerseits die Musik-DVD, die nach einem Zuwachs von 22 Prozent nunmehr mit einem Umsatz von 15 Millionen Euro neun Prozent Anteil am Gesamtmarkt hält. Und andererseits der digitale Vertrieb (acht Prozent). Vinyl-Schallplatten haben sich bei einem Prozent des Gesamtmarktes gefestigt.
Derzeit werden 65 Prozent der Musik in großen Handels-Outlets gekauft, der Anteil des Verkaufs über das Handy stieg von sechs auf acht Prozent und hat damit den Fachhandel überholt, der von sechs auf fünf Prozent zurückgegangen ist. Der Trend geht am Handy weg von Klingeltönen und hin zum Erwerb ganzer Songs - dieser hat um 145 Prozent auf einen Umsatz von 1,6 Millionen Euro zugenommen.
Zisterzienser Mönche und Amy Winehouse
Die bestverkaufte CD des Jahres 2008 in Österreich waren die "Chants - Music for Paradise" der Zisterzienser Mönche des Stifts Heiligenkreuz, gefolgt von Amy Winehouse ("Back to Black") und dem Soundtrack zum Film "Mamma Mia". Der Umsatzanteil österreichischer Musik ist von 16 Prozent (2007) auf 13 Prozent (2008) zurückgegangen, was die IFPI unter anderem auf den geringen Airplay-Anteil heimischer Musik in den Radios zurückführt.
In den digitalen Verkäufen hat der Absatz ganzer Alben um mehr als ein Drittel zugenommen. Dass über Download-Plattformen zunehmend Musik ohne Kopierschutz (das sogenannte "Digitale Rechtemanagement", DRM) angeboten und die erworbene Musik für den Konsumenten dadurch frei verwendbar ist, sei ein "wichtiger Trend", so die IFPI.
Auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern
Ebenso zunehmende Bedeutung für den Verkauf von Musik haben neue Geschäftsfelder. Dies sind unter anderem die Vermarktung von Rechten für Computer-Spiele wie "Guitar Hero" sowie für Webplattformen, die die unterschiedlichsten Zugangsmöglichkeiten zu Musik bieten, darunter etwa der Streamingdienst Last.fm oder auch YouTube.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.