"Wir sehen dem weiteren Verlauf der Dinge aber gelassen entgegen", so Riecke. Die in den Medien genannten Vorwürfe hatte das Portal zuvor als "haltlos" zurückgewiesen. Das zur Holtzbrinck-Gruppe gehörende StudiVZ habe von den Vorwürfen erst aus den Medien erfahren.
"Dass Facebook über die Presse spielt, finden wir schon sehr erstaunlich", sagte er. Dies lege die Vermutung nahe, dass es der Konkurrent nach fehlendem Erfolg in Deutschland nun auf juristischem Wege versuche. "Wir haben ein erfolgreiches Produkt." Die Plattform StudiVZ allein zähle 5,6 Millionen Nutzer, mit mehreren Ablegern komme man auf weit über zehn Millionen User.
StudiVZ soll auch Daten gestohlen haben
Facebook hatte die 116-seitige Klagschrift laut "Financial Times" am Freitag bei einem US-Bezirksgericht im kalifornischen San Jose eingereicht. Neben der Plagiats-Anschuldigung werde dem Online-Netzwerk auch noch vorgeworfen, es habe sich unrechtmäßig Daten über Facebooks Computersysteme und Netze verschafft. Facebook verlangt laut der Zeitung Schadenersatz. StudiVZ habe am Freitag vorsorglich eine Feststellungsklage beim Landgericht Stuttgart eingereicht. Auf diesem Weg sollen deutsche Gerichte feststellen, dass die erhobenen Vorwürfe nicht zutreffend seien und gegebenenfalls Deutschland als Gerichtsstand festsetzen.
Facebook-Gründer soll ebenfalls abgekupfert haben
Das im Mai weltweit 65 Millionen aktive Nutzer zählende Facebook will seine Reichweite in Europa stark ausbauen. Die Plattform ist seit März neben Englisch auch auf Spanisch und Deutsch verfügbar. Der Gründer und ehemalige Harvard-Student Mark Zuckerberg musste sich selbst einmal gegen einen Plagiatsvorwurf wehren. Zwei Kommilitonen hatten für sich beansprucht, Erfinder von Facebook zu sein. StudiVZ wurde rund eineinhalb Jahre nach dem Start des US-Netzwerks gegründet.
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