Grünes Gift

Ein Ford, der gern eine Kawa wäre

Motor
04.07.2008 17:14
Das Kürzel „RS“ verbindet man derzeit gerne mal mit Audi, heißen die ganz heißen Ingolstädter doch RS 3, 4, 6 oder 8. Doch auch bei Ford haben die beiden Buchstaben eine 40-jährige Tradition, die jetzt wieder auflebt: im Ford Focus RS. Ohne Ziffer, dafür mit 300 PS.

Optisch kommt der Focus RS, der am 22. Juli auf der London International Motor Show präsentiert wird, wie eine Kawasaki auf vier Rädern daher, was natürlich an der giftgrünen Farbe liegt, kontrastiert zu Schwarz. Ein riesiges trapezförmiges Lufteinlassmaul, ein Lüftungsschlitz darüber, je einer unter den Scheinwerfern wie auch hinter den vorderen Kotflügeln, dazu zwei auf der Motorhaube – hier macht jemand ganz schön Wind!

Auch das Heck trägt mit einem Diffusor dick auf, dazu zwei dicke Chromauspuffendrohre und vor allem ein zweiteiliger Dachspoiler.

Fette Power - nur über die Vorderräder!
Für den RS wurde der 2,5-Liter-Duratec-Turbomotor aus dem Focus ST verschärft, 300 PS und 410 Nm stehen jetzt im Datenblatt. Dazu wurde der Ladedruck erhöht, das Motormanagement modifiziert, der Zylinderkopf überarbeitet und die obenliegenden Nockenwellen mit entsprechend sportlich ausgelegten Steuerzeiten versehen. Neben der Zylinderkopfdichtung wurden auch das Ansaug- und das Auspuffsystem den Änderungen angepasst.

Die exakten Fahrleistungswerte des neuen Ford Focus RS werden erst kurz vor der Markteinführung Anfang 2009 ermittelt, Ford verspricht aber unter 6 Sekunden für den Standardsprint.

Die Leistung soll über die Vorderräder auf die Straße übertragen werden, was sicher eine Herausforderung ist. Damit das einigermaßen funktioniert, bekommt der RS ein Sperrdifferential sowie eine spezielle Vorderradaufhängung, die sogenannte „Revo“-Achse. Sie soll mit ihrer speziellen Fahrwerksgeometrie auch bei voller Beschleunigung unter schwierigen Bedingungen – wenn das Sperrdifferenzial für die ausgeglichene Kraftverteilung zwischen beiden Vorderrädern sorgt – für einen sicheren Geradeauslauf sorgen und so die sonst charakteristische Tendenz, einseitig Längsrillen nachzulaufen, unterbinden.

Das soll so gut funktionieren, dass man bei Ford bewusst auf einen Allradantrieb verzichtet. Man darf gespannt sein… 

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