Yahoo habe jedoch 37 Dollar je Aktie verlangt. Yahoos Direktoriumsvorsitzender Roy Bostock erklärte in einer Stellungnahme, der Internetkonzern sei von Anfang an der Meinung gewesen, durch das Angebot Microsofts unterbewertet worden zu sein.
"Nach eingehender Überlegung glauben wir, dass die von Yahoo verlangten wirtschaftlichen Forderungen für uns keinen Sinn ergeben", schrieb Ballmer. "Und wir denken daher, dass es im Interesse der Microsoft-Aktionäre, Mitarbeiter und der anderen Beteiligten ist, unser Angebot zurückzuziehen." Einige Microsoft-Aktionäre hatten die Fusion wegen der hohen Kosten und unklaren Vorteile infrage gestellt.
Mögliche Zusammenarbeit mit Google schreckte ab
Als weiteren Grund für den Rückzug nannte Ballmer Yahoos Pläne, mit dem Konkurrenten Google eine Allianz einzugehen. Ein derartiges Übereinkommen mit dem dominierenden Suchmaschinenanbieter würde einen Kauf Yahoos für Microsoft nicht mehr wünschenswert machen, schrieb Ballmer. Microsoft wollte mit dem Kauf Yahoos seine Position im Wettbewerb mit Google stärken.
Informierten Kreisen zufolge könnte Yahoo eine Partnerschaft mit Google im Anzeigengeschäft bereits in der kommenden Woche bekanntgeben. Bostock erklärte, Yahoo verfolge "strategische Chancen". Einzelheiten dazu nannte er jedoch nicht. Yahoo hat auch mögliche Übereinkommen mit Time Warners Internetsparte AOL und News Corps Internetnetzwerk Facebook in Betracht gezogen.
Aktienverlust von 30 Prozent erwartet
Analysten gehen davon aus, dass Yahoo mit seiner abwehrenden Haltung gegenüber Microsoft überzogen hat und erwarten, dass der Konzern dies mit einem Wertverlust seiner Aktien von 30 Prozent bezahlen wird. "Wow. Ich bin geschockt, dass Yahoo nicht vernünftiger war", sagte Walter Price von der RCM-Vermögensverwaltung in San Francisco, die sowohl Microsoft- als auch Yahoo-Aktien hält. Es sei zudem überraschend, dass Ballmer keine feindliche Übernahme für 33 Dollar je Aktie versucht habe.
Microsoft versucht es möglicherweise noch einmal
Andere Analysten glauben indes, dass Microsoft sein Gebot aus strategischen Gründen zurückgezogen haben könnte. Damit verstärke der Softwarekonzern den Druck auf Yahoo, ein künftiges Angebot anzunehmen. Einer mit den Verhandlungen vertrauten Person zufolge brachte Microsofts Drohung mit einer feindlichen Übernahme Yahoo bereits dazu, seine ursprüngliche Forderung von 40 Dollar je Aktie auf 37 Dollar je Aktie zu senken.
Der Preis sei jedoch nicht das einzige Hindernis in den Verhandlungen gewesen, sagte die Person. Microsoft habe zudem kartellrechtliche Bedenken Yahoos nicht ausräumen können. Zudem habe Yahoo eine Garantie dafür gefordert, dass das Angebot Microsofts bis zu einer möglichen Übernahme gleichhoch bleibe.
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