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26.11.2008, 16:28
Microsoft-Studie warnt vor "Cyberchondrie"
Microsoft-Studie warnt vor "Cyberchondrie" (Bild: Peter Tomschi)
Das Internet bietet eine Vielzahl an medizinischen Informationen, die Menschen dabei helfen können, Gesundheit und Krankheit besser voneinander zu unterscheiden. Falsch verstanden und interpretiert, können dieselben Informationen jedoch auch Ängste schüren. Die Folge: "Cyberchondrie", so das Ergebnis einer aktuellen Microsoft-Studie über die Einflüsse der Selbstdiagnose von Krankheiten unter Zuhilfenahme des Internets.

Im Rahmen einer Langzeitstudie wurden die spezifischen gesundheitsbezogenen Suchanfragen von insgesamt 515 Menschen analysiert. Dabei stellte sich heraus, dass Art und Menge der online recherchierten medizinischen Inhalte in einem direkten Verhältnis zum letztendlichen Ausmaß der Übertreibung der eigenen Krankheit stehen. "Unsere Studie zeigt, dass Internet-Suchmaschinen das Potenzial haben, medizinische Bedenken in negativer Hinsicht ausufern zu lassen", fassen die Forscher ihre Resultate zusammen. Das liege einerseits daran, dass viele Websites in der Interpretation des tatsächlichen Krankheitsbildes die Nutzer nur das Schlimmste vermuten ließen. Andererseits gingen die meisten Menschen auch zu leichtgläubig mit den im Netz gefundenen Informationen um und würden zu Überinterpretationen neigen, heißt es in dem Bericht.

"Dass Menschen sich aufgrund von Büchern oder TV-Sendungen oft zu einer falschen Selbstdiagnose hinreißen lassen, ist schon seit längerem bekannt. Neu ist nur, dass sich das Ganze nun in das Medium Internet verlagert hat", stellt Wolfgang Müller, Leiter der Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften fest. Das Problem bleibe dabei grundsätzlich dasselbe. "Betroffene müssen darauf hingewiesen werden, dass eine Suche nach medizinischen Informationen im Web eine körperliche Untersuchung eines Fachmannes niemals ersetzen kann." Auch sei es ein schwerwiegender Fehler zu glauben, dass alleine aufgrund eines bestimmten Symptoms auf die tatsächliche Diagnose geschlossen werden könne. "Das ist alleine deshalb schon äußerst problematisch, da verschiedene Krankheiten oftmals die selben Symptome haben können", erläutert Müller.

Ein weiteres Problem ergibt sich aus der unterschiedlichen Seriosität der im Internet zur Verfügung stehenden medizinischen Informationen. Viele Nutzer, so die Microsoft-Studie, würden lediglich die ersten paar Suchresultate berücksichtigen und dabei meist mit den erschreckendsten Diagnosen konfrontiert werden. Die Forscher wollen daher nun daran arbeiten, Suchmaschinen derart zu optimieren, dass medizinische Anfragen besser als solche erkannt werden und zu seriösen Inhalten führen. Unterdessen empfiehlt Experte Müller, nach dem Gütesiegel der Health On the Net Foundation (HON) Ausschau zu halten: "Nur wenn sich das entsprechende Logo auf der Seite befindet, können sie sich sicher sein, dass die dort angeführten Informationen von sachkundigen Experten stammen." (pte/krone.at)

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