Der Anstieg von Firmenpleiten zieht einen Rattenschwanz nach sich, der auch weitere Insolvenzen auslösen kann. Im ersten Halbjahr mussten wegen der drohenden Zahlungsunfähigkeit 2280 Arbeitnehmer um ihre Jobs bangen.
Am stärksten betroffen ist die Baubranche, wo es heuer schon 96 Insolvenzfälle gegeben hat, dicht gefolgt vom Handel mit 82 und der Gastronomie mit 71 Fällen. „Diese drei Branchen waren für mehr als 40 Prozent aller Unternehmensinsolvenzen im weiten Land verantwortlich“, zieht Birgit Dostal vom KSV1870 eine einschlägige Bilanz.
569 Insolvenzen in halbem Jahr
Insgesamt waren es 569 Unternehmenspleiten. Das bedeutet einen leichten Anstieg gegenüber der Vergleichszahl im Vorjahr mit 555 Zahlungsunfähigkeiten.
Mediashop und EITIK waren größte Pleiten
Gesunken sind in Niederösterreich die Verbindlichkeiten um fast ein Viertel zum Vorjahr – und zwar auf 228 Millionen Euro. Die größten NÖ-Pleiten waren heuer bisher Mediashop aus Neunkirchen mit 24 Millionen Euro Passiva und die EITIK GmbH (vormals MAGNA Beteiligung Austria GmbH) mit 22 Millionen Euro Verbindlichkeiten.
Ein Drittel der Verfahren werden nicht eröffnet
Wie dramatisch die wirtschaftliche Situation wirklich ist, zeigt sich im Anstieg der abgewiesenen Insolvenzen. 213 von den 569 Verfahren – und damit um 28 Prozent mehr als im Vorjahr – wurden gar nicht erst eröffnet, denn „sie verfügen nicht einmal mehr über die dafür erforderlichen 4000 Euro“, weiß KSV-Expertin Dostal. Der Rattenschwanz davon ist der Verlust von unzähligen Arbeitsplätzen und massive Forderungsausfälle bei den Gläubigern, die im schlimmsten Fall damit selbst in finanzielle Bedrängnis kommen könnten.
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.