So, 19. November 2017

33 Käufer in OÖ

24.10.2017 13:47

Führerscheine aus dem Internet: Polizei ermittelt

Ausländische Führerscheine billig im Internet kaufen, ohne sich mit einer Fahrschule aufhalten zu müssen, ist ein Vorgehen, das - obwohl mit Haftstrafen bedroht - offenbar immer beliebter wird. Das Landeskriminalamt Oberösterreich hat 33 Personen, die auf diesem Weg zu einem Führerschein gekommen sind, aus dem Verkehr gezogen und drei Fälscherwerkstätten in der Ukraine ausfindig gemacht.

LKA-Leiter Gottfried Mitterlehner und Oberstleutnant Hermann Furtmüller erklärten, wie der zuletzt boomende kriminelle Geschäftszweig funktioniert: Im Internet sind in den vergangenen Jahren vermehrt Seiten aufgetaucht, auf denen - angeblich von einer befugten Behörde ausgestellte - "Original-Führerscheine" aus Polen bestellt werden können. Kostenpunkt: 600 bis 1600 Euro, zu zahlen per Western Union.

Ist das Geld eingelangt, bekommt man das vermeintliche "Original-Dokument", das allerdings eine plumpe Totalfälschung ist, samt einer Bestätigung, dass man länger in Polen gelebt und dort eine Fahrschule besucht habe.

Paket mit Führerscheinen in Niederösterreich entdeckt
Ein falsch zugestelltes Paket in Niederösterreich hat die Kriminalisten auf die Spur der Sache geführt: Es enthielt drei gefälschte Führerscheine. Dem Empfänger kam das verdächtig vor und er schaltete die Polizei ein. Im Lauf der Ermittlungen wurden 30 weitere Käufer in Oberösterreich ausgeforscht. Einige dieser Personen haben noch nie eine Fahrschule besucht, andere die Prüfung nicht geschafft. Auffällig viele Besteller seien Türken, sagte Furtmüller.

Die Kriminalisten haben drei Fälscherwerkstätten in der Ukraine - in Kiew und Lwiw - ausfindig gemacht, um die sich nun die ukrainischen Behörden kümmern müssen. Aber auch die Abnehmer in Österreich könnte der Kauf eines Führerscheins teuer zu stehen kommen: Es drohen nicht nur für die Fälschung selbst, sondern auch schon für den Besitz von gefälschten, besonders geschützten Urkunden Haftstrafen.

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