Was soll bitte soll ein „Downtown Party Bike“ sein? Oder ein „Bar Star und Twist King“, mit dem man lässig „in der Stammkneipe auftaucht und dann mit donnerndem Motor wieder das Weite sucht“? Man könnte fast meinen, es handle sich hier um einen Blender für Weicheier mit weißem Sakko und Boss-Schlapfen. Weit gefehlt. Bei allem Style: Dieses Gerät ist echt!
Schon das kantige Design schaut fast gemein aus, das „Dragon“-Metallicgrün ist eine Kampfansage (wobei Schwarz-Weiß auch nicht zu verachten ist, wirkt sehr technoid). Das bläulich schimmernde LED-Standlicht unterm Scheinwerfer erinnert an den Rüssel eines giftigen Insekts. Der Blauton findet sich an manchen Stellen wieder, etwa im CB1000R-Schriftzug oder an manchen Verschraubungen. Besonders lässig sind die Vierspeichenfelgen. Der Semi-Underslung-Auspuff erinnert an die Fireblade und hält den Schwerpunkt niedrig.
Blau ist auch die Beleuchtung der digitalen Anzeigen, bei denen Honda sich dem Design unterordnet. So nett der flache Drehzahlmesser aussieht, so schwer ist er abzulesen. Und der Tacho müsste echt nicht so weit außen sein.
Abgespeckt und doch gefährlich
Das Chassis stammt von der Hornet, der 998-ccm-Motor aus der aktuellen Fireblade. Für den nackten Einsatz wurde die Spitzenleistung gekappt und am Drehmoment praktisch ein Lineal angelegt. Da ist kein Loch unten herum, der Punch ist einfach da!
Damit ist es eigentlich noch gemeiner als das Design, abseits von Rennstrecken gegen Vertreter der gebückten Fraktion anzutreten, denn solange es nicht in Bereiche über 200 km/h geht, spielt der „Bar Star“ gnadenlos sein Drehmoment aus: 99 Nm bei gerade mal 7.750/min., vor allem eben schon in Drehzahlbereichen, wo etwa die Mutter des Motors, die Fireblade, noch um Drehzahl bettelt. Da stört es wenig, dass die Leistung „nur“ 125 PS beträgt.
In Sachen Handlichkeit steht die CB1000R sowieso über den Dingen. Man sitzt gefühlt direkt über dem Vorderrad und schlägt mit links Haken wie ein Karnickel auf der Flucht. Auf der Geraden wird sie dennoch nicht unruhig.
Schnelle Bikes brauchen starke Bremsen. Serienmäßig sind am Vorderrad wie bei den CBRs zwei Vierkolbenbremszangen radial montiert. Die leichten Bremszangen greifen auf 310 mm große gelochte Bremsscheiben. An der markanten Einarm-Schwinge wirkt eine kompakte Doppelkolbenbremszange auf eine 256-mm-Bremsscheibe. Die Combined ABS-Version (+750,--) verfügt am Vorderrad über Dreikolbenbremszangen.
Um 11.790,-- kein Schnäppchen, aber eine Spezialität.
Stephan Schätzl
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