Risiko-Software

Widgets sind “Einfallstor” für Hacker

Web
20.09.2007 14:57
Das US-amerikanische IT-Sicherheitsunternehmen Finjan warnt vor der sorglosen Installation und Verwendung von Widgets (Apple) und Gadgets (Vista) auf Computern. Im aktuellen „Web Security Trends Report“ heißt es, die Sicherheitsspezialisten hätten diese kleinen Mini-Programme gefunden, die durch eine Reihe von Webattacken angreifbar sind. „Sie sind ein großes Einfallstor für Malware. Vor allem im Business-Bereich sollten die IT-Verantwortlichen klare Regeln für die Verwendung von Widgets im Firmennetzwerk definieren“, so Finjan-Sprecher Neil Stinchcombe.
Allein bei Google sind laut Finjan derzeit 3.720 Widgets zu haben, auf der Website von Apple gibt es 3.197 und bei Facebook sind derzeit 3.959 dieser kleinen Programme zu finden. Viele davon würden mittlerweile von mehreren Millionen Internet-Nutzern eingesetzt. Das mache sie zunehmend interessant für Angreifer. Über Widgets könnten Kriminelle auf einen Schlag ein Millionenpublikum erreichen. Gefährdet sind alle Widgets, unabhängig davon, ob es sich um Applikationen für ein Betriebssystem, den Browser oder andere Anwendungen handelt.


Ein Adressbuch-Gadget in Windows Vista wies beispielsweise eine Schwachstelle auf, die es Hackern durch Ausführen eines Codes ermöglicht, Zugriff auf die gespeicherten Kontakte des PC-Users zu erlangen. Ein ähnliches Problem entdeckte Finjan auch im Contact-Widget von Yahoo. Der RSS-Reader des Microsoft-Dienstes live.com hatte eine Lücke, über die Hacker persönliche Informationen über den Inhaber des Benutzerkontos ausspionieren konnten. Zudem war es möglich, die Kontrolle über den Browser zu übernehmen. Finjan betont, dass benannte Schwachstellen beseitigt wurden, nachdem man die Entwickler darauf hingewiesen hatte.


Im Umgang mit Widgets empfiehlt Finjan, vor allem von unzuverlässigen Third-Party-Widgets die Hände zu lassen. Widgets und Gadgets seien im Prinzip vollständige Applikationen, mit denen auch Gefahren einhergehen. Erhöhte Vorsicht sei ebenso bei interaktiven Widgets geboten, da über sie besonders leicht Schadcodes auf den Rechner geschleust werden können. Vor allem in Unternehmen sollten strikte Richtlinien für die Verwendung der Miniprogramme umgesetzt werden. Zusätzlich wäre es eine Möglichkeit, den Widget-Download im Gateway zu blocken, um das Gefahrenpotenzial von vornherein zu eliminieren, raten die Security-Spezialisten.
(pte)
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