„Robust für Zukunft“

Neuaufstellung kostete Porsche 400 Millionen Euro

Wirtschaft
29.07.2026 15:40
Porträt von krone.at
Von krone.at

Im ersten Halbjahr 2026 hat die VW-Tochter Porsche bereits rund 400 Millionen Euro in die Hand genommen, um den Konzern neu aufzustellen. Diese Kosten seien allerdings durch Verhandlungen mit Lieferanten kompensiert worden, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Diese hätten Auflösungen von gebildeten Rückstellungen in der Höhe von etwa 300 Millionen Euro ermöglicht. Übrig geblieben sei somit eine Belastung von rund 100 Millionen Euro. Auch der geplante Stellenabbau kostet Hunderte Millionen Euro. Wie berichtet, sollen in der Region Stuttgart bis 2035 weitere 5000 Stellen gestrichen werden. Im Gegenzug verlängert das Unternehmen die Standortsicherung, wodurch betriebsbedingte Kündigungen bis 2035 ausgeschlossen sind.

Finanzchef Jochen Breckner erwartet in Bezug auf den Stellenabbau Sonderkosten im dreistelligen Millionenbereich. „Die Belastungen beziehen sich im Wesentlichen auf den sozialverträglichen Abbau der Stellen“, sagte Breckner. Langfristig soll es ein Sparpotenzial geben, erste Effekte seien ab 2028 zu erwarten. „Vor uns liegt aber noch viel Arbeit, um Porsche robust für die herausfordernde Zukunft aufzustellen“, sagte Porsche-Chef Michael Leiters.

Werke nicht ausgelastet
Bereits im Vorjahr sackte der Absatz des Unternehmens um ein Zehntel ab. Dieser Trend hat sich in diesem Jahr weiter verstärkt, vor allem in China. Dort haben sich die Verkaufszahlen zwischen 2021 und 2025 gar halbiert. Aktuell sind die Werke wegen der schwächelnden Nachfrage nicht ausgelastet. Viele Kosten laufen aber wie gewohnt weiter. Porsche muss laut dem Management daher kleiner werden und wieder mehr Autos mit Verbrennungsmotor entwickeln und produzieren. Leiters schwebt eine schlankere Sportwagenschmiede vor. Die genaue Strategie soll Anfang Oktober vorgestellt werden.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Autobauer den Sparstift ansetzt. Bereits im Februar 2025 kündigte der Konzern an, bis zum Jahr 2029 1900 Stellen in Stuttgart zu streichen. Zusätzlich liefen unter anderem 2000 befristete Verträge aus. In Summe streicht Porsche in den nächsten Jahren dort mehr als jeden dritten Arbeitsplatz.

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