iPhone-Hype

Alles Apple-Handy

Elektronik
02.07.2007 21:54
Das iPhone hat voll eingeschlagen - amerikanische Medien, Videoportale und Tech-Blogs quellen seit Freitag über mit Sensations- und Störungsmeldungen, purer Häme und sehr, sehr schrägen Postings zum Thema iPhone. Hier die wichtigsten News komprimiert:

500.000 iPhones sollen laut US-Analysten allein am Wochenende (in den USA haben Geschäfte auch Samstag und Sonntag geöffnet) über die Ladentische gewandert sein. Apple und seinem Mobilfunkpartner AT&T, der vor dem Wochenende übrigens die Übernahme eines Mitbewerbers für schlappe 2,8 Milliarden Dollar angekündigt hat, werden bald die Dollarzeichen in den Augen leuchten...

Kritik: Batterielaufzeit
Den ersten Berichten zufolge hinkt das iPhone ins Sachen Akkulaufzeit den angekündigten Zahlen weit hinterher. Die Review Site "Wireless Info" will schlappe vier Stunden und drei Minuten Laufzeit im Mixed-Betrieb (Telefonieren, Surfen, Musikhören, Fotografieren) gemessen haben. Apple versprache acht Stunden Telefonieren, sechs Stunden surfen und 24 Stunden Musikhören. Es könnte aber durchaus sein, dass die iPhone-Akkus ihre volle Kapazität erst nach mehrmaligem Auf- und Entladen ausschöpfen können.

Ärger: Mangelnde Bluetooth-Kompatibilität
Wesentlich deutlichere Angaben der US-Tester gibt es zur Bluetooth-Funktion des iPhone: Dem renommierten Blog Gizmodo zufolge sei es unmöglich, mit dem iPhone Daten mit einem PC via Bluetooth auszutauschen. Es können auch keine Fotos an Bluetooth-fähige Drucker gesendet werden. Des weiteren ist es nicht möglich, drahtlose Köpfhörer mit dem Apple-Handy zu verbinden, um Musik zu hören. Headsets funktionierten einigermaßen, schreiben die Tester, allerdings sei die eingebaute Freisprechfunktion des iPhone besser. Am PC müssen Benutzer somit auf das USB-Kabel zurückgreifen. Das funktioniert aber auch nicht immer: Mit der 64-Bit-Version von Windows Vista hat das iPhone US-Medien zufolge massive Probleme. 

Erpressung: Kunden wurden zum Zubehör-Kauf gezwungen
Beim Start des iPhone am Freitag war das Gedränge in den Stores von Apple und AT&T riesig. Leute boten den Verkäufern teilweise das Doppelte des Preises um ein Apple-Handy zu ergattern. US-Berichten zufolge sollen Kunden in mindestens drei hoffnugnslos überrannten AT&T-Stores zum Kauf von iPhone-Zubehör gezwungen worden sein! In Seattle, Hawthorne (Kalifornien) und in Greensboro (North Carolina) mussten iPhone-Kunden bis zu 70 Dollar teures Zubehör kaufen. In Greensboro sollen die Apple-Handys zusammen mit Hüllen, Headsets und Taschen eingeschweißt worden sein. In Kalifornien, so die Berichte, gab es einen Fall, wo ein Kunde ein Reiseladegerät kaufen sollte - obwohl das iPhone mit Ladegerät kommt. Von AT&T hieß es dazu nur, dass die Filialen den Auftrag haben, eine bestimmte Verkaufsquote für das durchaus Profi abwerfende Zubehörsegment zu erreichen.

Klon: Schneller als die Polizei (und schneller als AT&T beim Anmeldeprozess für das iPhone, der in manchen Gegenden bis zu 39 Stunden dauerte) sind die Chinesen. Das Unternehmen "I-Fighting" hat eine nahezu perfekte, etwas kleinere Kopie des iPhone bei sich im Programm. Und: Es spielt Windows-Media-Dateien!

Euphorie: Ein Apple-Store in den USA am Freitag. "Kluge" Geschäftsfrau kauft dem ersten in der Schlange für 1.000 Dollar seinen Platz ab, spaziert als erste ins noch leere Geschäft und will für 100.000 Dollar, die sie bei sich trägt, iPhones kaufen um diese, wie sie später einem US-Fernsehsender sagt, auf eBay zu verhökern. Dumm, dass bei AT&T jeder Kunde maximal zwei iPhones auf einmal kaufen durfte. Die 1.000 Dollar für den Platz in der Schlange hat sie verschenkt.

DAS IPHONE STARTET - DER HYPE AM WOCHENENDE

Enormer Andrang auf das neue iPhone 
Das Wochenende stand in den USA ganz im Zeichen des iPhone: In den USA haben sich die Dielen in allen Apple-Stores des Landes unter der Last der ersten Käufer, die teilweise bis zu vier Nächte vor den Geschäften ausharrten, mächtig gebogen. Bei seinen Besitzern stieß neue iPhone wegen des Designs und der einfachen Handhabung einstweilen auf Begeisterung. Und wie prophezeit: Es gab auch gleich erste Videos von zerstörten Apple-Handys!

Noch am Samstag stellten die ersten iPhone-Zerstörer ihre Videos bei YouTube online. Im bislang härtesten Film (siehe Infobox), rückt ein US-Teenager seinem iPhone mit Hammer und Nagel zu Leibe! Die YouTube-Community und ein paar Mac-Fans reagierten mit wütenden Antworten auf die Handy-Zerstörer. Vor einem Apple-Store gab es (anders als beim Start der PS3) keine derartigen Aktionen. Die Massenkäufe verursachten nur nach dem Besuch im Geschäft bei ein paar Kunden Unannehmlichkeiten: Bei der Online-Aktivierung des neuen High-Tech-Spielzeugs gab es starke Verzögerungen. Die Server des Apple-Partners AT&T waren wegen des großen Ansturms überlastet. Die meisten konnten das Mobiltelefon jedoch innerhalb von wenigen Minuten startklar machen.

Als einer der ersten ergatterte der 52-jährige Norbert Pauli ein iPhone, nachdem er die ganze Nacht über vor dem Apple-Shop in Manhattan ausgeharrt hatte. "Vielleicht hätte ich gar nicht in der Schlange anstehen müssen, denn sie haben da drinnen Tausende der Dinger", sagte er Reportern. "Aber für mich war es eher ein Spaß."

10.000 Dollar für ein iPhone auf eBay!
Mehrere hundert iPhones wechselten kurz nach dem Kauf bereits wieder den Besitzer. Auf eBay werden die Mobiltelefone für einen Durchschnittspreis von 965 Dollar (über 712 Euro) versteigert - mehr als 300 Dollar über dem Originalpreis. Der Höchstpreis, der für ein iPhone bezahlt wurde, lag bislang bei 10.000 Dollar.

Nach langem Warten hatte am Freitagabend unter großem Kundenandrang und begleitet von Medienrummel in den USA der Verkauf der ersten Apple-Handys iPhone begonnen. Punkt 18.00 Uhr stürmten Technik-Fans landesweit die Geschäfte. Bereits mehrere Tage vor dem offiziellen Marktstart schlugen vor dem Apple-Store an der Fifth Avenue in New York die ersten Freaks ihre Zelte auf, um möglichst als erste zu den glücklichen Besitzern des iPhones zu gehören. Landesweit wurde das Handy in rund 200 Geschäften des Herstellers sowie in 1800 Läden des Telefonkonzerns und Exklusivpartners AT&T angeboten.

Apple setzt beim iPhone auf einen großen berührungsempfindlichen Bildschirm und verzichtet auf eine herkömmliche Tastatur. Das Handy wird mit Fingerbewegungen auf dem Display bedient und vereint Internet-Zugang sowie Musik- und Video-Player. In ersten Tests (siehe Infobox „Paradiesfrucht oder fauler Apfel“) der führenden US-Medien hat das Gerät durchweg gute Noten erhalten.

Steve Jobs: „Würde mich nicht überraschen, wenn’s nicht reicht“
Apple-Chef Steve Jobs hatte in einem Interview zuvor gesagt, dass sein Unternehmen die Nachfrage womöglich unterschätzt habe. "Wir haben so gut wie möglich geschätzt, aber es würde mich nicht überraschen, wenn es nicht reicht." Medienberichten zufolge standen im ganzen Land lange Schlangen vor den Geschäften.

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