Mi, 17. Oktober 2018

Noise Cancelling

25.11.2017 06:00

WH-1000XM2: Sonys neuer NC-Kopfhörer im Test

Mit dem WH-1000XM2 hat Sony das Nachfolgemodell zu seinem gefeierten Noise-Cancelling-Kopfhörer MDR-1000X auf den Markt gebracht. Die Unterschiede sind gering, aber durchaus gravierend, wie der Test des Drahtlos-Kopfhörers zeigt.

Der Vergleich auf der Sony-Website zeigt: Der WH-1000XM2 ist nahezu ident zu seinem Vorgänger MDR-1000X. Gewicht (275 Gramm), Treiber (40 Millimeter), Frequenzgang (4 bis 40.000 Hertz), Lieferumfang (1,5-m-Klinkenkabel, Flugzeugadapter, USB-Ladekabel und Transportcase) - kein Unterschied. Auch Design, Verarbeitung und Bedienung blieben unverändert, was durchaus positiv zu verstehen ist, schließlich konnten Materialwahl, Tragekomfort und Touch-Steuerung über die in Leder gefasste Ohrmuschel bereits beim MDR-1000X überzeugen.

Zwei - durchaus gravierende - Unterschiede gibt es dann aber doch. Zum einen konnte Sony die Akkulaufzeit des Drahtlos-Kopfhörers steigern, von maximal 20 Stunden bei aktivierter Geräuschunterdrückung auf nun bis zu 30 Stunden. Zum anderen haben die Japaner grundlegend am Klang gefeilt - das erschließt sich allerdings nicht aufs erste Hören, denn ab Werk klingt der 1000XM2 wie sein Vorgänger: sehr ausgewogen, mit leichter Schwäche in den Mitten, aber Spitzenklang in den Höhen und selbst bei hoher Lautstärke klar definierten Bässen.

Klangoptimierung per App
Im Unterschied zum MDR-1000X lässt sich das Klangbild jedoch jederzeit ändern - die "Headphone Connect App" von Sony für iOS (ab Version 9) und Android (ab Version 4.4) macht es möglich. Sie erlaubt umfangreiche Klangeinstellungen - sei es manuell oder per Equalizer-Preset. Zudem kann u.a. per App definiert werden, aus welcher Richtung der Klang kommen soll. Darüber hinaus stehen voreingestellte Szenarien (Club, Arena, etc.) für virtuellen Surround-Sound zur Verfügung - das Ergebnis klingt jedoch eher enttäuschend.

Steuern lässt sich aber auch die Intensität der Geräuschunterdrückung. Diese leistet - wie beim Vorgänger - hervorragende Arbeit, ist aufgrund der ohrumschließenden Bauweise aber ohnehin kaum vonnöten. Einmal aufgesetzt, schluckt der WH-1000XM2 bereits die meisten Umgebungsgeräusche.

Anpassungsfähige Geräuschminimierung
Wer es dennoch absolut still haben möchte, und zwar ohne weiteres Zutun, der kann per App von der sogenannten adaptiven Geräuschminimierung Gebrauch machen. Sie erkennt, in welchem Umfeld der Kopfhörer gerade genutzt wird, also ob der Nutzer etwa spazieren geht, mit dem Bus fährt oder auf dem Bürostuhl sitzt, und wechselt daraufhin automatisch zur entsprechenden Voreinstellung für die Geräuschminimierung. Das setzt allerdings voraus, dass der Kopfhörer konstant mit dem Smartphone verbunden ist, was sich negativ auf dessen Akkulaufzeit auswirkt. Manch einer könnte sich aus Datenschutzgründen außerdem daran stören, dass der Kopfhörer für die Funktion den eigenen Aufenthaltsort ermittelt.

Nach wie vor vorhanden sind die Möglichkeiten, wichtige Geräusche wie den Straßenverkehr durchzulassen oder per "Handauflegen" auf den Touch-Sensor (Quick-Attention-Modus) kurzzeitig lauter zu hören. Neu dagegen und laut Sony eine Weltpremiere ist die "Atmospheric Pressure Optimizing"-Funktion, die mittels Sensoren den Luftdruck ermittelt und die Geräuschminimierung entsprechend anpasst. Von wirklichem Nutzen dürfte dieses Feature aber in erster Linie für Vielflieger sein.

Fazit: Die Möglichkeiten der Klangoptimierung per App machen Sonys WH-1000XM2 zu einem flexiblen Kopfhörer für ganz unterschiedliche musikalische Geschmäcker. Funktionen wie die adaptive Geräuschminimierung oder der Luftdrucksensor erscheinen dagegen mehr als Spielerei denn als wirklich sinnvolles Feature. Dem Gesamteindruck tut dies allerdings keinen Abbruch: Dank tadellosem Klang sowie nochmals verbesserter Akkulaufzeit läuft der rund 400 Euro teure WH-1000XM2 seinem Vorgänger den Rang ab.

Sebastian Räuchle
Sebastian Räuchle

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