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08.09.2017 12:51

Sextreffen versprochen, aber nicht gehalten

Sextreffen mit realen Personen - das verspricht die Wiener HQ Entertainment Network GmbH & Co KG auf ihren Portalen wie Date4Sex.com oder Seitensprungarea.com. Doch zu diesen soll es nie kommen, weshalb die Arbeiterkammer Vorarlberg nun wegen schweren Betrugs Anzeige bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft Wien erstattet hat.

HQ erwecke auf seinen Websites den Eindruck, dass man - bei Anmeldung - Frauen, Männer oder Paare real treffen könnte. Damit würden die Konsumenten angelockt. Zu diesen Treffen komme es jedoch nicht, wirft der Wiener Rechtsanwalt Meinhard Novak in seiner für die AK verfassten Anzeige dem Unternehmen vor. Auf den Plattformen seien "gar keine realen Frauen zu finden, sondern nur Fake-Profile bzw. CUser".

"CUser" sind von HQ erstellte und betriebene Profile. Dass es solche gibt, wird in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen ausdrücklich erwähnt. Dort ist aber auch von Kommunikation mit realen Usern und "eventuell realen Treffen" die Rede. Wer sich anmeldet, muss logischerweise für die Services der Website bezahlen. In der Anzeige sind beispielhaft fünf Fälle angeführt, bei denen Männer zwischen 25 und 900 Euro bezahlen sollten. Zu Treffen mit realen Personen ist es nach deren Angaben nie gekommen.

"Millionen-Abzocke"
AK-Konsumentenschützer Paul Rusching zufolge handelt es sich hierbei "um eine Millionen-Abzocke, welche in dieser Form und Branche fast einzigartig ist". Laut Anzeige lässt sich feststellen, dass es sich um einen Massenbetrug handle, aus dem in den vergangenen Jahren Forderungen in Höhe von mehr als fünf Millionen Euro entstanden seien. HQ habe 2015 einen Jahresabschluss mit einem "den Gesellschaftern zuzurechnenden Gewinn" von 11,7 Millionen Euro ausgewiesen. Zahlen wie diese ließen "den Schluss zu, dass die Dunkelziffer an Betroffenen gewaltig sein muss". Die AK Vorarlberg erhalte jede Woche mindestens zehn Anfragen bzw. Beschwerden aufgrund von Problemen mit Datingportalen.

Für HQ, das sich bisher nicht zu der Anzeige äußerte, gilt die Unschuldsvermutung. In der Vergangenheit wies das Unternehmen in einem der angezeigten Fälle jegliche Vorwürfe von sich. Das "Angebot der Singles" würde sich "immer an den jeweiligen Standort des Benutzers" richten, hieß es damals.

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