11.04.2017 12:16 |

Streit um Lizenzen

Qualcomm antwortet Apple mit Gegenklage

Qualcomm spitzt seinen Streit mit Apple mit einer Gegenklage zu. Der Chipkonzern, der mit seinen Prozessoren das Herzstück zahlloser Smartphones liefert, wirft dem iPhone-Hersteller vor, Tatsachen zu verfälschen und Regulierer zu Attacken angestachelt zu haben.

Apple wirft Qualcomm in seiner im Jänner eingebrachten Klage unter anderem vor, zu viel Geld für Patentlizenzen zu verlangen. Außerdem halte die Chipfirma eine Milliarde Dollar (940 Millionen Euro) als Strafe für die Kooperation Apples mit Behörden in Südkorea zurück, heißt es in der Klage.

Der Chipkonzern verlangt von Smartphone-Herstellern für die Verwendung seiner Technologien pauschal einen Anteil vom Gerätepreis, der laut Medienberichten bei rund fünf Prozent liegt. Apple argumentiert, die hohen Preise für seine Geräte ergäben sich unter anderem durch eigene Entwicklungen wie etwa der Fingerabdruck-Erkennung Touch-ID. Dass Qualcomm mit der anteiligen Abgabe auf den Gerätepreis auch davon profitiere, sei ungerecht.

Qualcomm kontert, das sei das übliche Verfahren bei der Berechnung von Zahlungen für Patentlizenzen. Apple seien zudem alternative Zahlungsmodelle angeboten worden, die alle abgelehnt worden seien. Die Qualcomm-Technologien spielten eine Schlüsselrolle für moderne Smartphones - und das Unternehmen sei bei seinen Kommunikationschips weiter als die Konkurrenz. Das Vorgehen von Apple habe dafür gesorgt, dass auch andere Hersteller Zahlungen an Qualcomm zurückgehalten hätten.

Zweigleisiges Geschäftsmodell
Qualcomm fährt ein zweigleisiges Geschäftsmodell: Die Firma aus San Diego verdient sowohl am Verkauf von Mobilfunk-Chips als auch von Patentlizenzen für ihre Erfindungen in dem Bereich. Erst im Jänner war das Unternehmen wegen seiner Geschäftspraktiken auch von der US-Handelskommission FTC verklagt worden, weil es angeblich Hersteller dazu genötigt habe, höhere Lizenzen für seine Patente zu zahlen. Vor wenigen Tagen reagierte Qualcomm in diesem Verfahren mit der Forderung, die Klage abzulehnen. Bereits im Dezember hatten die Wettbewerbshüter in Südkorea Qualcomm eine Strafe von 854 Millionen Dollar aufgebrummt. Qualcomm sieht auch dahinter den Einfluss von Apple.

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