Domain-Namen

Nicht-lateinische Zeichen könnten Web zerstören

Web
02.11.2006 13:44
Die oberste Internetverwaltung ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) warnte anlässlich einer UN-Konferenz über die Zukunft des Internets davor, unüberlegt nicht-lateinische Zeichen in Domain-Namen einzubauen. Die Vielzahl der Zeichen könnte das Internet im schlimmsten Fall "dauerhaft zerstören", erklärte ICANN.

In Österreich sind Domain-Namen mit Umlauten via IDN (Internationalized Domain Names) bereits zu haben. Schwieriger, weil von lateinischen Zeichen noch weiter entfernt, verhält es sich mit arabischen und chinesischen Schriftzeichen.

Da China aber nicht mehr warten möchte, bis die ICANN ihre Tests zum Thema beginnt, gibt es im Land bereits ".com"-Websites auf Chinesisch. Genau das schmeckt den Vordenkern des Internets gar nicht, sie befürchten eine Fragmentierung in unzählige Sprachen und Schriftzeichen. Schließlich könne nicht jede Länderbezeichnung in jede der etwa 6.000 Sprachen weltweit übersetzt werden, warnte Patrik Falstrom von Cisco Systems. ".com" in 6.000 Sprachen - das könnte bedeuten, dass der gleiche Domain-Name in Übersetzung zu 6.000 verschiedenen Websites führt. Je nachdem, in welchem Land man sich befindet.

Man müsse "Verwirrung und Missbrauch" verhindern, sagte ICANN-Vorsitzender Vint Cerf gegenüber "Foxnews", und das sei eben nur durch gründliche Tests möglich. Schließlich möchte niemand Kriminellen Tür und Tor öffnen. So wäre es theoretisch möglich, dass jemand das "a" aus dem lateinischen Alphabet durch das kyrillische "a" ersetzt, eine Website exakt kopiert und so ganz einfach Daten stiehlt. ICANN möchte, bevor noch mehr Länder eigenmächtig nicht-lateinische Zeichen in Domain-Namen etablieren, bis Ende 2007 zu einer Entscheidung kommen.

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