Wenn ein Laptop-Kauf ansteht, ist guter Rat teuer. Nicht jeder Laptop passt für jeden. Wer viel auf Reisen arbeitet, verflucht den Tag, an dem er sich für sein 4-Kilo-Gaming-Notebook entschieden hat. Wer auf der LAN-Party belächelt wird, weil er mit seinem ultramobilen 360-Grad-Laptop mit Atom-Chip aufkreuzt, wird ähnliche Qualen leiden. Damit Ihnen das erspart bleibt, haben wir in unserem großen Ratgeber zentrale Tipps für den Laptop-Kauf zusammengestellt.
Viel Laptop-Ungemach könnte verhindert werden, würde sich jeder Käufer vorab diese eine zentrale Frage stellen: Was mache ich auf dem Gerät?
Surfen und E-Mails schreiben kann man auf jedem Laptop. Videos anschauen auch. Wer Fotos bearbeitet oder gar Videos, stellt schon etwas mehr Anspruch an die Leistungsfähigkeit. Wer auf einem Laptop spielen will, braucht viel Power und muss Abstriche bei der Mobilität in Kauf nehmen.
Überhaupt gilt es, zwischen Leistung und Mobilität zu gewichten. Mehr von dem einen geht zulasten des anderen.
Erforschen Sie Ihren persönlichen Anwenderalltag. Steht das Gerät ohnehin meist am heimischen Schreibtisch, kann man überdenken, ob ein Desktop-PC oder ein All-in-One nicht auch seinen Zweck täte, weiß aber in jedem Fall, dass Akkulaufzeit und Mobilität nebensächlich sind.
Hier wird man nicht zur ultraflachen Ultrabook-Flunder mit 13-Zoll-Display greifen, sondern schon eher zum 15- oder 17-Zöller. Wer einen Immer-dabei-Laptop sucht, sieht das genau umgekehrt.
Ultrabook-Flundern und 2-in-1-Geräte
Er greift zum Ultrabook oder zum 2-in-1-Gerät, wobei hier zwischen 360-Grad-Laptops und Detachables unterschieden werden muss. 360-Grad-Laptops sind meist nichts anderes als Ultrabooks mit Spezialscharnier, die sich in ein Tablet mit Tastatur an der Rückseite verwandeln.
Bei Detachables handelt es sich um Hochleistungs-Tablets, die sich mechanisch oder magnetisch mit einem Tastatur-Cover oder einer Tastatur-Basis verbinden lassen.
Bei Ultrabooks und 2-in-1-Geräten sind wegen ihrer Mobilität vor allem kleine Geräte mit 12, 13 oder auch 14 Zoll Diagonale beliebt, bei Ultrabooks gibt es aber auch besonders dünne 15-Zoll-Flundern mit vergleichsweise hoher Mobilität.
Was die verbauten Komponenten angeht, sind 2-in-1-Geräte und Ultrabooks über weite Strecken ident: Hier achten die Hersteller vor allem auf geringen Verbrauch, weniger auf möglichst hohe Leistung.
Ultrabooks: Weniger Power, dafür mehr Ausdauer
Das hat Folgen: Einen dedizierten Grafikchip gibt es in Ultrabooks und 2-in-1-Geräten meist nicht, stattdessen kommt das Bild von der in den Hauptprozessor integrierten Grafikeinheit. Beim Arbeiten, Surfen, Mailen, Filmschauen und dergleichen ist das egal, Bildbearbeitung klappt ebenfalls noch, Videoschnitt und Gaming ist auf Ultrabooks und 2-in-1-Geräten aber nur sehr eingeschränkt machbar.
Am ehesten klappt so etwas noch auf leistungsstärkeren 15-Zöllern mit eigenem Grafikchip oder der eher exotischen Kategorie der Gaming-Ultrabooks. Abseits der Leistung haben kleine und dünne Ultrabooks aber andere Tugenden.
Weil der Stromhunger der CPUs und anderer Komponenten seit Jahren erfolgreich gesenkt wird, gibt es heute (insbesondere im Business-Bereich) schon Ultrabooks mit über 15 Stunden Laufzeit.
Dabei gilt: Die höchste Laufzeit hat nicht unbedingt das dünnste Gerät, sondern jenes, in das der Hersteller nebst ultramobilen Komponenten noch einen extradicken 6-Zellen-Akku reingesteckt hat. Bei 360-Grad-Notebooks verhält es sich ähnlich, sie bieten überdies den Vorteil, dass man kein Tastatur-Cover verlegen kann.
Detachables sind leicht und bieten oft Stifbedienung
Detachables bieten wieder andere Vorzüge: Weil man die Tastatur abnehmen kann, sind sie oft noch deutlich leichter als Ultrabooks und Convertibles. Zwölf-Zöller gibt es heute mit unter 900 Gramm Gewicht: Leicht genug, um das Gerät auch mal als Lesegerät auf der Couch zu nutzen oder es als Notiz-Tablet mit sich herumzutragen.
Das geringe Gewicht geht freilich zulasten der Laufzeit: Ganz so lang wie akkugespickte Ultrabooks oder 360-Grad-Laptops halten Detachables nicht durch, acht Stunden sind aber auch bei vielen Vertretern dieser Gerätekategorie drin.
Letzten Endes gilt: Wer seinen mobilen Begleiter vor allem als Laptop nutzt, sollte zu einem ausdauernden Ultrabook greifen - im Außeneinsatz gern mit mattem Display. Wer einen Laptop sucht, der hie und da auch das Tablet mimt, wird mit 360-Grad-Laptops glücklich. Wer viel auf seinem Mobilgerät liest und wenig eingibt, wird vermutlich mit einem Detachable am glücklichsten.
Etwas tiefer muss man wegen der hohen Mobilität - ultramobile Komponenten sind nicht billig - bei all diesen Gerätekategorien in die Tasche greifen, vor allem wenn edle Teile wie ein Metallgehäuse, ein besonders hochauflösendes Display - manche Ultrabooks haben sogar schon OLED-Bildschirme - oder eine große SSD mit mehr als 256 Gigabyte Kapazität verbaut werden.
Einsteiger-Laptops: Reicht für viel, kostet wenig
Wer nicht allzu tief in die Tasche greifen will und keine großen Ansprüche an die Mobilität seines Laptops hat, greift dann aber wohl doch eher zum Einsteiger-Laptop aus der 500-Euro-Klasse.
Obwohl man hier natürlich nicht die Laufzeitwerte eines Ultrabooks oder die Potenz eines Spiele-Laptops erwarten darf, gibt es auch in dieser Preisklasse taugliche Laptops. Die meisten großen Hersteller haben in diesem Segment Geräte im Angebot, die für die Ansprüche der meisten Nutzer reichen, trotzdem sollten Sie auf ein paar Dinge achten.
Heute gibt es für weniger als 600 Euro Laptops mit Full-HD-Display, SSD und aktueller Prozessortechnologie. Achten Sie beim Kauf darauf, dass Sie auch in der günstigen Preisklasse nicht auf solche Vorzüge verzichten.
Um Laptops mit Celeron- oder Pentium-Chip sollten Sie einen Bogen machen, greifen Sie lieber zu einem Gerät mit Core-i-Prozessor der fünften, sechsten oder aktuellen siebten Generation. Hier stimmen Leistung und Stromverbrauch, selbst günstige Core-i3-Prozessoren reichen für den Anwenderalltag vieler Nutzer. Vier Gigabyte RAM oder mehr sollten ebenfalls auf der Wunschliste stehen.
Beim Speichermedium sollte es zumindest eine Hybridfestplatte mit SSD-Zwischenspeicher sein. Laptops, die Daten ausschließlich auf Festplatte speichern, legen beim System- und Programmstart ein deutlich niedrigeres Tempo an den Tag als Geräte mit Flash-Turbo. Und beim Display gilt: Wenn Sie die Möglichkeit dazu haben, greifen Sie zum scharfen Full-HD-Display mit 1920 mal 1080 Pixeln statt zu niedrigeren Auflösungen.
Schweres Gerät: Gaming-Laptops
Wenden wir uns abschließend dem ganz schweren Gerät zu. Gaming-Laptops bieten heute dank Nvidias neuester Grafikkartengeneration Geforce GTX 10 erstmals mit Desktop-Grafikkarten vergleichbare Leistung. In der Vergangenheit hatten Mobil-Chips hier stets Defizite, heute reicht ein entsprechend potentes Gaming-Notebook aber sogar für Virtual Reality und das eine oder andere 4K-Game.
Umso wichtiger ist es, sich bei der Wahl eines Spiele-Laptops für aktuelle Komponenten zu entscheiden. Beim Prozessor sollte es ein Intel Core-i-Chip der sechsten oder siebten Generation sein. Bei der Grafikkarte wiederum sollte es sich um eine Nvidia Geforce GTX 1060/1070 handeln - gern mit sechs oder mehr Gigabyte Grafikspeicher. Schauen Sie überdies beim RAM darauf, dass DDR4-Speicher verbaut wird.
Aktuelle Komponenten sind wichtig, weil sich Laptops schwer aufrüsten lassen. Beim Desktop tauschen Leistungshungrige alle paar Jahre Teile, beim Mobilrechner ist das in der Regel nicht möglich. Da ist es sinnvoll, wenn er zwecks längerer Lebensdauer aktuelle Teile nutzt. Hinzu kommt: Neuere Komponenten wie Intels "Skylake"-Prozessoren oder Nvidias GTX-10-Grafikchips sind zwar stark, aber auch vergleichsweise sparsam.
Das ermöglicht flache Formfaktoren, die es früher so nicht gab. Manch ein Gam überschaubarer Akkulaufzeit.
Betriebssystem-Unterstützung nicht bei jedem Laptop gleich
Die meisten heute ausgelieferten Laptops kommen mit vorinstalliertem Microsoft Windows 10. Wer darauf verzichten und beispielsweise lieber das freie Betriebssystem Linux auf seinem Mobilrechner nutzen will, sollte sich vorab über die Linux-Unterstützung des ins Auge gefassten Laptop-Modells informieren.
Nur so kann man von vornherein ausschließen, dass der nagelneue Laptop wegen fehlender Treiber nicht mit dem Betriebssystem harmoniert. Besonders gefährlich ist das bei Convertibles und Hybridgeräten mit vielen nicht unbedingt gängigen Komponenten.
Ebenfalls wichtig: Einige Laptop-Eigenschaften werden vom Käufer höchst subjektiv bewertet - etwa der Tastenhub beim Keyboard oder die Tauglichkeit des Touchpads. Der haptische Gesamteindruck sollte beim Laptop-Kauf ebenfalls eine Rolle spielen. Deshalb raten wir: Nehmen Sie das Objekt Ihrer Begierde vor dem Kauf in die Hand und sehen Sie es sich erstmal genau an.
Bei der Gelegenheit können Sie sich auch gleich ein Bild von der Anschlussausstattung machen: Laptops mit wenigen Anschlüssen zwingen Sie oft zur Mitnahme von Adapterkabeln, manch ein ultramobiles Gerät hat heute gar nur einen einzigen USB-C-Anschluss und keinen Speicherkartenleser. Das zwingt zum Mitführen von viel Zubehör und macht den Vorteil durch das geringe Gewicht zum Teil zunichte.
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