Di, 21. August 2018

"Männerschnupfen"

02.12.2016 17:00

Sind Männer wehleidiger als Frauen?

Auch wenn jetzt viele Frauen mit "Ja" antworten würden, ist das nicht der Fall. Das männliche Immunsystem arbeitet nur schlechter.

Ihr Mann liegt seit Tagen mit Schnupfen und Halsweh im Bett. Mit gequältem Blick bittet er Sie um Taschentücher und eine Schale Tee oder einen Teller Suppe. Sie wundern sich zwar, warum er sich so in das Leiden hineinsteigert, erfüllen aber natürlich dennoch seine Wünsche, weil sie ihn lieben. Kommt Ihnen diese Situation vielleicht bekannt vor?

Ein handfester biologischer Unterschied sei dafür verantwortlich und nicht Wehleidigkeit, verteidigen britische Forscher nun die Männerwelt. Sie fanden heraus, dass das männliche Immunsystem in der Bekämpfung von Infektionen weniger effektiv ist als die weibliche Abwehr. Die Folgen: Damen sind besser gegen Infektionen gewappnet, Erkrankungen setzen ihnen weniger zu und sie erholen sich auch schneller davon als die Herren.

Immunsystem junger Frauen ist besser
Australische Wissenschaftler haben dazu ergänzend Folgendes herausgefunden: Das Immunsystem junger Frauen schützt sie besser vor einer gewöhnlichen Erkältung als Männer und ältere Frauen. Denn ihre Abwehr reagiert stärker auf eine Infektion mit Rhinoviren (Schnupfenviren). Da der Schutz nach den Wechseljahren aber nachlässt, spielen vermutlich die Geschlechtshormone eine wichtige Rolle.

Den Beweis dafür, dass Männer intensiver an Erkältung leiden, lieferte auch diese Studie: US-Amerikanische Forscher konnten beweisen, dass das Immunsystem von Frauen stärker auf die Grippeimpfung reagiert als jenes von Männern. "Sie" produziert demnach mehr Antikörper und Zytokine (Eiweißstoffe, die eine wichtige Rolle im Immunsystem spielen) als "er". Die bessere Abwehrreaktion bedeutet weniger Anfälligkeit für die Erkrankung.

Frauen reagieren schneller auf Symptome
Frauen nehmen Erkältungssymptome noch dazu eher wahr und reagieren früher darauf als Männer, die Schnupfen und Co. häufig verschleppen. Sie besorgen sich rascher Hilfe und können besser mit den Beschwerden umgehen. Das haben englische Medizinsoziologen festgestellt.

Für die schlechtere Wahrnehmung der Anzeichen zeichnen ebenso Sexualhormone verantwortlich. Schließlich mussten die Männer in der Steinzeit ja auch mit Schnupfen Tiere jagen und ihre Familien beschützen. Natürlich spielen aber auch geschlechtsspezifische Verhaltensprägungen eine Rolle: Längst überholte Sprüche wie "Ein Indianer kennt keinen Schmerz" oder "Männer weinen nicht" beeinflussen noch immer das Verhalten von kleinen, aber auch großen Buben, die ihre Probleme aufgrund dessen lange verschweigen.

Einer australischen Untersuchung zufolge gibt es übrigens in Bezug auf die durchschnittliche Krankheitsdauer nur geringe Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Frauen nehmen sich wegen Husten und Fieber im Schnitt drei, Männer 2,8 Tage frei.

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