Werke in Gefahr?

VW-Chef Blume steht Belegschaft Rede und Antwort

Wirtschaft
26.08.2026 10:17
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach dem Auftakt in Wolfsburg reist Volkswagen-Chef Oliver Blume am heutigen Mittwoch nach Emden und Zwickau. In beiden Werken des Autobauers soll er der Belegschaft Rede und Antwort zum Sparplan stehen. Am Dienstag wurde Blume während seiner Rede von Beschäftigten ausgepfiffen.

Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bekundeten ihren Protest zudem mit Schildern und Transparenten. In Emden und Zwickau hatte VW in den vergangenen Jahren viel Geld in den Umstieg auf Elektromobilität investiert. Laut Blume ist nun der größte Umbau in der Geschichte des Konzerns geplant. Zehntausende Stellen und vier Fabriken – zusätzlich zu Emden und Zwickau auch Neckarsulm und Hannover –  in Deutschland wackeln. Die Hälfte der Modellpalette soll gestrichen und die Produktion zurückgefahren werden.

Wie berichtet, hatte Blume am Dienstag im Stammwerk Wolfsburg einmal mehr gesagt, dass 50.000 bedrohte Jobs eine rein theoretische Rechengröße seien. Er wolle auf Freiwilligkeit setzen. Schließungen seien „immer die letzte und teuerste Lösung“. Die Gewerkschaft und der Betriebsrat kritisierten, dass es kein Zukunftsprogramm sei, Personal abzubauen und Standorte infrage zu stellen. Es mangele an einer Strategie für neue Technologien und Produkte. Die Fabrikkosten machten im Übrigen nur ein Siebtel der Gesamtkosten aus, teilte der Betriebsrat mit.

Auch Kritik der Politik
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies kritisierte den Sparplan ebenfalls. Der Vorstand müsse Konzepte vorlegen, wie die Kapazität an den bestehenden Standorten besser ausgeschöpft werden könne, etwa durch attraktivere Fahrzeuge und Ergänzungen wie die Rüstungsproduktion. Am 4. September soll das Kontrollgremium erneut über den Umbauplan beraten. Bei der nächsten Aufsichtsratssitzung werden insgesamt drei Beschlussvorlagen vorliegen.

Offen ist, wie es bei einem Scheitern von Blumes Plan im Aufsichtsrat weitergeht. Als eine Möglichkeit wird eine außerordentliche Hauptversammlung angeführt, die dann über die Zukunft des Unternehmens entscheiden muss. „Würden wir in Deutschland weitermachen wie bisher, hätten wir dauerhaft einen Nachteil von rund 1,5 Milliarden Euro pro Jahr. Genau deshalb stehen wir unter großem Handlungsdruck“, sagte Blume.

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