Sorge wegen Iran-Krieg

EZB-Direktorin hält höheren Leitzins für nötig

Wirtschaft
26.08.2026 10:17
Porträt von krone.at
Von krone.at

Angesichts der hartnäckig hohen Inflation hält Isabel Schnabel, Direktorin der Europäischen Zentralbank (EZB) ein höheres Leitzinsniveau für nötig. Sie ortet Risiken, die die Inflation noch steigern könnten: Einerseits sei das der Iran-Krieg, andererseits die robuste Wirtschaft in der Eurozone.

„Beim aktuellen Leitzins ist es unwahrscheinlich, dass die Inflation mittelfristig auf das Zielniveau zurückkehrt“, sagte sie der Finanznachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch. Sie verwies darauf, dass sich der Konflikt im Nahen Osten hinziehe.

Hohe Nachfrage birgt Risiko
Aber auch etwas eigentlich Positives, nämlich die robuste Wirtschaft in den Euroländern, birgt laut Schnabel ein Aufwärtsrisiko für die Inflation. Denn wenn die Wirtschaft gut läuft und es eine hohe Nachfrage gibt, können Unternehmen höhere Preise durchsetzen. Das kann wiederum den Preisdruck erhöhen.

Schnabel – eines von vier Mitgliedern des EZB-Direktoriums – ist mit dieser Einschätzung im Führungskreis der Zentralbank nicht allein: Angesichts einer Teuerungsrate von fast drei Prozent und steigender Energiepreise halten die Währungshüter nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters den Zeitpunkt für eine weitere Zinserhöhung für gekommen.

Weitere Währungshüter für Zinserhöhung
Um die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Krieges einzudämmen, seien sie bereit, den Leitzins von 2,25 auf 2,50 Prozent anzuheben, sagten drei mit dem Vorgang vertraute Personen. Weitere Straffungen im Anschluss dürften sie jedoch kaum in Aussicht stellen. Die EZB lehnte eine offizielle Stellungnahme dazu ab.

Der nächste Zinsentscheid der EZB steht am 10. September an, wenn eine auswärtige Sitzung in Berlin ansteht. Die Zentralbank hatte die Zinsen im Juni erstmals seit fast drei Jahren erhöht, um zu verhindern, dass der kriegsbedingte Anstieg der Energiepreise auf breite Teile der Wirtschaft übergreift. Ein weiterer Zinsschritt soll die Entschlossenheit der EZB signalisieren, eine Wiederholung der massiven Teuerungswelle zu vermeiden, die 2022 auf den russischen Einmarsch in die Ukraine folgte. Die EZB strebt eine Teuerungsrate von genau zwei Prozent an.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

krone.tv

Top 3
Top Gutscheine
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung