Tatort Wiener Gemeindebau: Ein Streit zwischen zwei langjährigen Freunden eskalierte derart, dass ein Gummispanngurt zum Einsatz kam. Vor Gericht ist man weiterhin unversöhnlich. „Wer macht denn sowas?“, empört sich der Rollstuhlfahrer vor der Richterin.
Der Maler und Anstreicher nimmt in voller Arbeitsmontur vor der Richterin im Landl Platz: „Wir sind seit 35 Jahren befreundet. Ich wollte ihm nichts Böses.“ Vor dem Gerichtssaal würdigen sich die ehemaligen Freunde aber keines Blickes. Das Resultat des verheerenden Streits am 27. Mai in einem Gemeindebau im 21. Bezirk.
Es ging ums Geld ...
„Er hat mich angerufen und gesagt, ich soll runterkommen und er haut mich“, sagt der 46-jährige Angeklagte. Wie so oft ging es ums Geld. Also packte der Wiener einen Gummispanngurt ein, traf sich mit seinem langjährigen Freund – der von Geburt an im Rollstuhl sitzt – im Innenhof der Wohnhausanlage.
Rollstuhl an Mistkübel festgebunden
„Er hat mich dann einfach zu einem Mistkübel geschoben. Das geht ja relativ leicht“, sagt der 47-Jährige im Zeugenstand. Und dann hakte der Angeklagte den Gummispanngurt auf einer Seite in den Reifen seines Rollstuhls und auf der anderen in den Mistkübel ein. „Wer macht denn das?“, empört sich das Opfer im Zeugenstand.
Der Maler verteidigt sich: „Was hätte ich denn machen sollen. Ich kann ja keinen Behinderten hauen. Ich war so grantig.“ – „Sie wollten ihn sekkieren?“, hakt die Richterin nach. „Ja, sicher.“ Nach fünf Minuten habe er ihn eh wieder losgebunden. „Ich hätte ihn da ja nicht angebunden stehen lassen“, wiederholt der 46-Jährige immer wieder.
Eine Nötigung ist das aber trotzdem. Der Wiener wird zu fünf Monaten bedingter Haft verurteilt – und das ist seine unglaubliche 14. Verurteilung. „Mit der Vorstrafenbelastung ist das die letzte bedingte Strafnachsicht. Das ist der letzte Schuss vorm Bug“, warnt ihn die Staatsanwältin zum Schluss. Der 46-Jähriger beteuert, dass er seinem ehemaligen Freund nun aus dem Weg gehen will.
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