Fr, 20. Juli 2018

Rettet man so Leben?

23.11.2016 12:43

Google-KI darf 1,6 Mio. Patienten durchleuchten

DeepMind, ein britischer Spezialist für Künstliche Intelligenz und Teil der Google-Mutter Alphabet, soll die Patientenakten von 1,6 Millionen Londoner Bürgern durchleuchten dürfen. Ziel der Aktion ist es, Patienten frühzeitig vor schweren Krankheiten wie Nierenschwäche zu warnen und Ärzte zu entlasten. Doch das Projekt ist umstritten.

"Unsere Sorge ist, dass Google Daten über jeden Patienten erhält, der in den letzten fünf Jahren im Krankenhaus war. Oder einen monatlichen Datenreport über alle Patienten, die im Spital waren, selbst wenn diese es wieder verlassen haben und nie wieder kommen", warnt die britische Datenschutzorganisation medConfidential laut "CNET" vor dem KI-Experiment.

KI soll fünf Jahre lang Patienten durchleuchten
Geplant ist, dass DeepMind ab 2017 über einen Zeitraum von fünf Jahren die Daten der Patienten in einigen vom National Health Service betriebenen Londoner Spitälern auf Anzeichen einer Nierenschwäche analysiert. Wird ein Risikopatient entdeckt, soll der Arzt mittels Handy-App darüber in Kenntnis gesetzt werden.

Laut DeepMind hofft man, die Ärzte damit massiv zu entlasten - künftig möglicherweise auch bei der Diagnose anderer schwerer Leiden. "Indem wir die Ärzte davon befreien, mit verschiedenen papier- oder computergestützten Systemen herum zu jonglieren, könnten jährlich eine halbe Million Arbeitsstunden von administrativen Tätigkeiten in direkten Patientenkontakt verwandelt werden", hofft der KI-Spezialist.

Behörde untersucht Datenaustausch
Dass für dieses Ziel die DeepMind-KI mit teilweise höchst privaten Daten über HIV-Infektionen, Abtreibungen, Drogen-Überdosen oder schwere Erkrankungen gefüttert wird, ruft trotzdem Skeptiker auf den Plan.

Das britische Information Commissioner's Office untersucht den Datenaustausch zwischen den Krankenhäusern und DeepMind bereits. Bei DeepMind sieht man das Projekt dadurch aber nicht gefährdet, da man einen "beispiellosen Level der Datensicherheit" an den Tag legen werde und die Patientendaten in keiner Form mit Google-Daten verknüpfe.

IBM-Supercomputer diagnostizierte Krebserkrankung
Dass Künstliche Intelligenz im Kampf gegen Krankheiten eine wichtige Rolle spielen kann, hat der IBM-Supercomputer Watson bereits vor einigen Wochen bewiesen. Er hat japanischen Ärzten einem Bericht der "PC Welt" zufolge geholfen, das Leben einer Frau zu retten, indem er die Mediziner frühzeitig über eine Krebserkrankung der Patientin informiert hat. Die Frau überlebte die Krankheit möglicherweise nur durch die KI-Analyse ihrer Krankenakte. Mit konventionellen Methoden habe man den Krebs nicht aufspüren können.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.