Mi, 18. Juli 2018

"Sicherheitsmängel"

19.11.2016 09:00

Experte warnt vor Gefahren der vernetzten Welt

Während sich der Einfluss des Internets auf immer mehr Lebensbereiche rasant ausbreitet, bleibt die Sicherheit dabei oft auf der Strecke. Der amerikanische Politikwissenschaftler und IT-Sicherheitsexperte Peter Singer warnt vor den enormen Gefahren, die die vernetzte Welt mit sich bringt und davor, wie wenig gegengesteuert wird.

Die Umwälzungen, die im Cyberspace derzeit stattfinden, sind geradezu atemberaubend. "Die Sprünge sind in etwa so wie von einem Walkman mit Kassetten zu einem iPhone", sagte Singer am Freitag. Sind es heute vor allem Computer und Smartphones, die mit dem Internet verbunden sind, wird sich die Technologie mit dem "Internet der Dinge" schon bald auf unseren gesamten Alltag ausweiten. Ob "smarte" Heizungen, Tankstellen oder selbstfahrende Autos - die Experten gehen davon aus, dass bald 30 bis 50 Milliarden Gebrauchsgegenstände mit dem Web verbunden sind.

"70 Prozent haben bekannte Sicherheitsmängel"
Bereits heute gibt es "smarte" Kühlschränke, die nicht nur die Lebensmittel frisch halten, sondern auf ihren Türen E-Mails oder den Wetterbericht anzeigen. Gleichzeitig überwacht das Gerät auch den Inhalt und bestellt selbstständig im Geschäft, falls etwa die Milchvorräte zu Ende gehen. Für den Konsumenten hat diese Entwicklung natürlich enorme Auswirkungen. Nicht nur, dass Geräte zunehmend die Kaufentscheidungen übernehmen, sie sind auch nicht unbedingt sicher. "70 Prozent haben heute bekannte Sicherheitsmängel - und das sind nur die von denen wir wissen", sagte Singer.

Unternehmen oft hilflos
Doch nicht nur private Konsumenten, sondern auch große Unternehmen stehen den Angriffen der inzwischen hochprofessionellen Hacker oft hilflos gegenüber. Das zeigen etwa die großen Angriffe auf Banken, Fluglinien oder Versicherungsunternehmen. Dafür gibt es Singer zufolge vor allem zwei Gründe: Es gibt zum einen viel zu wenige IT-Sicherheitsspezialisten und zum anderen sind immer mehr Branchen betroffen, die sich auf den ersten Blick gar nicht als gefährdet einstufen. "Bei einem Autohersteller arbeiten vor allem Ingenieure. Die Autos, die gebaut werden, sind aber inzwischen Computersysteme", so der Experte.

Sensibilisierung nötig
Singer plädiert daher, die Sicherheitsmaßnahmen zu verstärken. Zwar würden sich die Akteure der Gefahren zunehmend bewusst, aber noch sei viel zu tun. So würden etwa nur 37 Prozent der Unternehmen ihre internen Dokumente und E-Mail-Verkehr verschlüsseln. Letztlich liege die Lösung aber darin, jeden einzelnen Nutzer für seine Sicherheit in der vernetzten Welt zu sensibilisieren.

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