Sa, 15. Dezember 2018

Zunehmendes Problem

20.10.2016 15:28

Wenn Kinder Kinderpornos verschicken

Kinder, die über WhatsApp, Facebook & Co. Kinderpornos verschicken, beschäftigen zunehmend Polizei und Justiz. Für die Empfänger kann das zu einem ungeahnten Problem werden: Selbst, wenn man die Videos sofort löscht, muss man mit monatelangem Entzug des Smartphones, manchmal sogar mit dessen Vernichtung durch die Behörden rechnen.

In zwei Schulen im Bezirk Freistadt kursierte zuletzt ein entsprechendes Video unter Zehn- bis 15-Jährigen. Ein Mädchen hatte es aus Deutschland zugeschickt bekommen und auf WhatsApp mit Freunden geteilt. Die Folge: Die Polizei zog 50 Handys ein, drei oder vier wurden vernichtet, die übrigen erst nach mehreren Monaten "gereinigt" zurückgegeben. Alle Betroffenen hatten ein Verfahren am Hals, auch wenn die meisten eingestellt wurden.

Die Kinderpornos, die gehäuft die Runde machen, sind meist keine Hardcore-Files. Oft sind es Aufnahmen, die verliebte Mädchen für den Freund machen und von diesem dann nach Beziehungsende weitergeschickt werden. Manchmal werden aber auch Videos aus dem Internet mit der Intention "Das ist lustig, das musst du gesehen haben" verteilt. Die Eltern sind meist völlig ahnungslos, wie auch in dem Fall im Bezirk Freistadt.

Wenn das Smartphone zum "verbotenen Gegenstand" wird
Die rechtlichen Konsequenzen können weitreichend sein, wie der Linzer Staatsanwalt Philip Christl am Donnerstag bei einem Hintergrundgespräch erklärte: Selbst, wenn man das Bild oder Video löscht, kann es wieder rekonstruiert werden. Damit werde das Handy zu einem "verbotenen Gegenstand", der von der Polizei eingezogen werden muss. Laut Judikatur des Oberlandesgerichts Linz darf das Handy wieder zurückgegeben werden, wenn es den Datenforensikern der Polizei nicht mehr gelingt, die Datei wieder herzustellen. Ansonsten muss das Smartphone zerstört werden. In jedem Fall kann man aber damit rechnen, dass man mehrere Monate lang auf das Mobiltelefon verzichten muss.

Jeder, der so ein Video am Handy hat, muss zudem mit einem Verfahren rechnen, auch wenn es meist eingestellt wird, sofern man das File sofort gelöscht hat. Viele verlaufen auch im Sand, weil die Betroffenen noch nicht strafmündig sind. Andernfalls kommt es meist zu einer Diversion, üblicherweise werden die Jugendlichen zu gemeinnütziger Arbeit verdonnert.

Was Eltern tun können
Im aktuellen Fall seien die meisten Eltern aus allen Wolken gefallen, schilderten die Ermittler. Chefinspektor Wolfgang Dirisamer, im Landeskriminalamt Oberösterreich mit Sexualdelikten befasst, rät daher, auf jeden Fall die Jugendschutzeinstellungen am Handy der Kinder zu aktivieren. Auch sollte man das Smartphone des Nachwuchses gelegentlich ansehen, eventuell auch gemeinsam mit den Kindern, und mit ihnen darüber reden. Auf der Website des Innenministeriums könne man sich zudem über Gefahren im Internet informieren, so Dirisamer.

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Deutschland spielt
LIVE: Kann Hannover Favorit Bayern ärgern?
Fußball International
Es geht um 14,5 Mio. €
Shakira im Visier der spanischen Steuerfahnder
Adabei
Hütter-Erfolgsserie
Frankfurt-Heimspiele für EL-K.o.-Phase ausverkauft
Fußball International
Verschärfte Sex-Regeln
Facebook verbietet Usern sexuelle Andeutungen
Digital
Eishockey-Legionäre
Niederlagen für Raffl und Vanek in der NHL
Eishockey
Probleme bei Griffiths
Spielsucht? Bewegende Botschaft der Celtic-Fans
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.