Sa, 15. Dezember 2018

Kein Vorwissen nötig

06.06.2016 14:14

So lukrativ ist das Geschäft mit Ransomware

Erpressen lohnt sich - das zumindest zeigt eine Untersuchung der Sicherheitsspezialisten von Flashpoint. Demnach verdienen Ransomware-Bosse mit ihrer erpresserischen Software, die Daten verschlüsselt und erst gegen Lösegeld wieder freigibt, im Schnitt umgerechnet rund 79.000 Euro pro Jahr bzw. 6600 Euro im Monat. Ein erträgliches Geschäft, von dem selbst die kleinsten Fische noch profitieren. Und zwar ganz ohne Vorwissen.

Ransomware ist ein lukratives Geschäft - nicht nur für die eigentlichen Drahtzieher, sondern auch für ihre Komplizen, wie die Analyse einer russischen Ransomware-Kampagne durch Flashpoint zeigt. Denn angeboten wird das Geschäft mit erpresserischer Software als Dienstleistung, einsteigen kann praktisch jeder.

"Selbst ein Schulkind könnte das"
So heißt es in einem Stellengesuch eines Ransomware-Bosses: "Guten Tag, dieses Angebot ist für diejenigen, die auf nicht sehr aufrichtige Weise viel Geld verdienen wollen. Gebühren oder Vorauszahlungen sind nicht erforderlich, nur das große Verlangen, in der Freizeit Geld zu verdienen. Ich schlage eine für beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit im Bereich der Verteilung meiner Software vor. Minimale Vorkenntnisse in diesem Geschäft sind wünschenswert, sollten Sie jedoch keine haben, ist dies kein Problem. Zusätzlich zur Datei erhalten Sie ausführliche Anleitungen, was wie zu tun ist - selbst ein Schulkind könnte das."

Bewerber riskierten nichts, vielmehr erhielten sie wertvolle Erfahrungen sowie, bei Erfolg, gutes Geld zur Belohnung - ohne dass sie sich dafür um Ideen, Verschlüsselungssoftware oder Einnahmen und deren Abwicklung kümmern müssten, wie es in der Anzeige weiter heißt. Solche Jobaussichten kommen offenbar gut an: Im Schnitt hat jeder Ransomware-Boss zehn bis 15 Verteiler, die die Schadsoftware für ihn mittels Botnetzen, Filesharing-Websites oder Phishing-E-Mails in Umlauf bringen und verbreiten.

30 erfolgreiche Erpressungen pro Monat
Das Ganze funktioniert laut Flashpoint als Kommissionsverkauf: Ist der Verteiler erfolgreich und kann eines seiner Opfer erpressen, erhält der Ransomware-Anbieter eine Kommission - im konkreten Fall 60 Prozent, wobei der Untersuchung zufolge pro Monat durchschnittlich 30 Erpressungen von Erfolg gekrönt sind. Das Durchschnittslösegeld dabei beträgt 300 Dollar (264 Euro). Ohne großartiges Zutun käme jeder einzelne Verteiler so auf ein Monatseinkommen von rund 600 Dollar (530 Euro). Zum Vergleich: Im April betrug das Durchschnittsgehalt in Russland laut tradingeconomics.com rund 486 Euro.

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