Mi, 20. Juni 2018

Erfinder enttarnt?

09.12.2015 08:51

Bitcoins: Neue Hinweise auf möglichen Urheber

Journalisten glauben erneut, den mysteriösen Erfinder der Digitalwährung Bitcoin enttarnt zu haben. Ihnen zugespielte Dokumente wiesen auf den australischen IT-Experten Craig Steven Wright, berichteten das Magazin "Wired" und die Website "Gizmodo" in der Nacht auf Mittwoch. Die Echtheit der Dokumente bestätigen konnten beide Medien jedoch nicht.

Anders als bei früheren Versuchen folgte diesmal wenige Stunden nach den Berichten eine Durchsuchungsaktion (Bild) bei dem mutmaßlichen Bitcoin-Schöpfer. Sie solle jedoch mit Ermittlungen der Steuerbehörde zusammenhängen und sei nicht von den Veröffentlichungen ausgelöst worden, berichtete der britische "Guardian".

Suche nach "Satoshi Nakamoto"
Bitcoins waren 2009 als anonyme und deregulierte Digitalwährung erschaffen worden. Als ihr Erfinder gilt ein gewisser Satoshi Nakamoto - Experten zufolge handelt es sich dabei jedoch lediglich um ein Pseudonym.

"Wired" und "Gizmodo" stützen sich nun in ihren Berichten auf "geleakte" E-Mails und Kopien alter Blogeinträge von Wright. Dort fänden sich ein PGP-Schlüssel - eine einmalige digitale Signatur - sowie eine E-Mail-Adresse, die mit "Satoshi Nakamoto" in Verbindung gebracht werden. Außerdem solle Wright in einer angeblichen Dokumentation eines Gesprächs mit der australischen Steuerbehörde eingeräumt haben, die Digitalwährung zusammen mit dem 2013 verstorbenen Computerexperten Dave Kleiman erfunden zu haben. Die Echtheit der Dokumente könne jedoch nicht bestätigt werden, hieß es.

Wem gehört der Bitcoin-Schatz?
Die Frage nach dem Bitcoin-Urheber ist auch deshalb spannend, weil ihm ein Schatz von 1,1 Millionen Einheiten der Digitalwährung zugerechnet wird. Er wäre nach aktuellem Kurs über 440 Millionen Dollar (405 Millionen Euro) wert. In den Unterlagen finde sich ein Dokument, in dem Kleiman sich bereit erkläre, die Kontrolle über einen Fonds mit 1,1 Millionen Bitcoin zu übernehmen, betonte "Wired". Die PDF-Datei sei mit seiner PGP-Signatur unterschrieben. Es gibt höchstwahrscheinlich nur ein Bitcoin-Paket in dieser Größe.

Hexenjagd auf Bitcoin-Erfinder
Wright war bereits als Bitcoin-Experte bekannt und hatte auch den Aufbau einer Bank für die Digitalwährung angekündigt. Dennoch wurde er bisher nicht als Figur hinter "Satoshi Nakamoto" gehandelt. Diverse Journalisten hatten in den vergangenen Jahren immer wieder erfolglos versucht, die Identität des Bitcoin-Erfinders aufzudecken. Eher blamabel ging im vergangenen Jahr ein Anlauf des Magazins "Newsweek" aus, das glaubte, den pensionierten kalifornischen Ingenieur Dorian Nakamoto als Strippenzieher ausgemacht zu haben, der früher Satoshi hieß.

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