Wenn nördlich der Alpen die Tage kalt werden und der erste Schnee fällt, dann wärmt die Sonne noch deren Südhänge. In Südtirol ist Erntezeit, Törggele-Zeit. Wer noch kurzentschlossen in den Herbstferien verreisen will, ist hier richtig aufgehoben.
Am Fuß des Mendelgebirges in der Gegendum den Kalterer See herrscht jetzt reges Treiben - die Weinerntewird eingebracht, der junge Wein und geröstete Kastanienwerden beim Törggelen verkostet.
Zwischen den sanften Hügeln, die von Wein-und Obstgärten bedeckt sind, sieht man Schlösser, Ansitze,Bauernhöfe und kleine Kirchen. Das Klima ist mild, die Sonnescheint warm von März bis spät in den Oktober hineinund ermöglicht den Anbau einer Rebe, aus der ein leichterRotwein gewonnen wird. Dieser ausgezeichnete Wein ist zu einerVisitenkarte des Landes geworden und steht im Mittelpunkt historischerFeste und Bräuche. Einer von ihnen ist das Törggelen:Im Herbst wandert man von der Kurstadt Meran im Burggrafenamtzu den zahlreichen Schlössern, Burgen und Ansitzen in Eppanim Überetsch, durch die traditionsreiche Landeshauptstadtweiter auf den Rücken des Tschöggelbergs, kehrt beiBauernhöfen ein und kostet den jungen Wein und Maroni. Törggelenleitet sich übrigens vom lateinischen "torculum" - der Weinpresse- ab. Aus torculum wurde die Torkel, die hölzerne Kelterder Südtiroler Weinbauern, und daraus wiederum das "Törggelen".
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