Do, 18. Oktober 2018

"Pixels"-Panne

10.08.2015 12:58

Filmindustrie ließ völlig legale Videos sperren

Illegale Film-Streams im Netz sind Filmstudios ein Dorn im Auge, weshalb Dienstleister damit beauftragt werden, online nach ihnen zu suchen und sie mittels sogenannter Takedown-Anfragen löschen zu lassen. So auch beim neuen Adam-Sandler-Film "Pixels" – nur, dass der Dienstleister in diesem Fall nicht illegale Kopien des Films, sondern etliche unbedenkliche Kurzvideos auf Vimeo offline nehmen ließ.

Dass Filmstudios gegen Schwarzkopien vorgehen, ist angesichts der damit einhergehenden Verluste nichts Ungewöhnliches, im Fall des neuen Streifens "Pixels" ist man einem "TorrentFreak"-Bericht zufolge aber deutlich über das Ziel hinausgeschossen.

Auf Vimeo ließ der Dienstleister Entura International, der sich auf Takedown-Anfragen spezialisiert hat, das Video einer Nichtregierungsorganisation, einen preisgekrönten Kurzfilm und einige weitere Videos offline nehmen, die das Wort "Pixels" im Titel hatten.

Künstlerische Filme wurden gesperrt
Das Problem: Es handelte sich gar nicht um unrechtmäßig verbreitete Kopien des neuen Kinofilms, sondern um künstlerische Kurzfilme, die vielfach schon seit Jahren über Vimeo zugänglich sind und aus einer Zeit stammen, in der es den Film "Pixels" noch gar nicht gab. Selbst den Trailer zum "Pixels"-Film ließen die Entura-Schwarzkopiejäger von Vimeo löschen.

Die für die Takedown-Anfragen zuständige Firma hat hier also offenkundig extrem übereifrig gearbeitet – und kurzerhand Bots programmiert, die für jedes Online-Video mit dem Wörtchen "Pixels" im Titel eine Anfrage wegen Urheberrechtsverletzungen stellten. Der Software war es dabei völlig egal, ob es sich tatsächlich um eine illegale Kopie oder einen legitimen Kurzfilm handelte.

Takedown-Anfrage lästig für Videomacher
Für die Organisationen und Künstler, deren Videos wegen der unrechtmäßigen Takedown-Anfragen offline genommen wurden – sie Anfragen werden wegen ihrer schieren Masse oftmals elektronisch eingebracht und automatisch umgesetzt – ist die Angelegenheit vor allem lästig.

Sie müssen sich nun an Vimeo wenden und dafür sorgen, dass die Videos wieder online gestellt werden. Das sei eine relativ mühsame Angelegenheit: Vimeo fordere hierfür Name und Adresse des Uploaders und eine Reihe von Formularen, heißt es in dem Bericht.

Zudem brandmarke das Portal die Uploader von Videos, die eine Takedown-Anfrage nach sich ziehen, mit Schlechtpunkten als potenzielle Filmpiraten. Auch gegen diese Fehleinschätzung müssen sich die Betroffenen nun zur Wehr setzen.

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