12.06.2015 16:30 |

Leiden in "Tabuzone"

Brennende Leidenschaft: Intime Probleme verhindern

Blasenentzündung in den Flitterwochen, die sogenannte "Honeymoon-Zystitis", kann Jungverheirateten die ersten Tage ihrer Ehe ganz schön zur Qual machen. Auch andere Leiden in der "Tabuzone" stören das junge Glück. Gegensteuern!

Sommer, Sonne, Liebelei – den Urlaub nach der Hochzeit sollte nichts trüben. Wir fragten der Wiener Gynäkologen Dr. Michael Elnekheli, was Frischverliebte gegen intime Probleme tun können.

Was versteht man unter "Honeymoon-Zystitis"?
Häufiger Sexualverkehr, etwa während der Flitterwochen (Honeymoon), reizt einerseits die Scheide stark und macht sie damit anfälliger für Bakterien. Andererseits werden vermehrt Bakterien übertragen. Entzündungen treten öfter auf.

Was kann das Paar tun?
Wichtig ist, viel zu trinken! Vor und auch nach dem Sex sollte außerdem die Blase entleert werden. Nach dem Verkehr ist es zusätzlich ratsam, ein Glas Wasser zu sich zu nehmen. Säubern Sie Ihren Scheidenbereich nicht mit aggressiven, desinfizierenden Reinigungsprodukten. Das reizt die Schleimhäute nur noch mehr. Nach dem Stuhlgang von "vorne nach hinten" wischen! Um die Scheidenflora in Balance zu halten und Krankheiten vorzubeugen, kann man lokal Milchsäurebakterien zuführen.

Welche Krankheiten können die Flitterwochen noch stören?
Scheideninfektionen sind äußerst unangenehm. Dazu kommt es, wenn die Vaginalflora beeinträchtigt und damit die Abwehrfunktion herabgesetzt ist. Am häufigsten treten Ansteckungen mit Pilzen sowie durch Bakterien ausgelöste bakterielle Vaginosen, Trichomonaden- und Chlamydieninfektionen auf.

Wie äußern sich die lästigen Leiden?
Scheidenpilz wird in der Mehrzahl der Fälle durch "Candida albicans" verursacht. Bei ungenügender Abwehr können sich diese Hefepilze übermäßig vermehren und führen zur Infektion mit Rötung, Juckreiz und bröckeligem Ausfluss.

Bei einer bakteriellen Vaginose (ausgelöst durch den Keim "Gardnerella Vaginalis") spürt die Hälfte der Frauen gar nichts, eventuell Bauchschmerzen und Ausfluss mit fischartigem Geruch. Solche Leiden müssen oft mit Antibiotika behandelt werden. Deshalb einen Arzt aufsuchen!

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