Als erste US-Firma

Airbnb vermittelt Ferienunterkünfte in Kuba

Web
03.04.2015 09:06
Das Mitwohnportal Airbnb will von der Annäherung zwischen Washington und Havanna profitieren und vermittelt als erstes US-Unternehmen Ferienunterkünfte in Kuba. Ab sofort seien für US-Touristen mit Reisegenehmigung mehr als 1.000 Apartments gelistet, teilte die Firma am Donnerstag mit.

Mehr als 50 Jahre war das sozialistische Kuba für die meisten US-Amerikaner außer Reichweite, doch unter US-Präsident Barack Obama wurden die Reisebedingungen gelockert. Seine Regierung vollzog Ende 2014 einen diplomatischen Kurswechsel und stellte die Embargopolitik infrage. Seitdem stiegen die Suchanfragen nach Unterkünften in Kuba bei Airbnb um 70 Prozent.

USA hoffen auf gute Geschäfte
Die Aussicht auf eine Normalisierung der Handelsbeziehungen hat bei vielen US-Unternehmen Hoffnungen auf gute Geschäfte in Kuba geweckt. Der Autoriese General Motors kündigte bereits an, alle Möglichkeiten für eine Expansion zu prüfen. Auch die 1862 in Kuba gegründete und 1960 ins US-Exil ausgewanderte Rum-Firma Bacardi würde gerne wieder dort aktiv werden. Diverse andere Konzerne vom Baumaschinen-Hersteller Caterpillar über die Hotelkette Hilton bis hin zu den US-Fluggesellschaften hoffen auf einen Durchbruch.

Normalisierung dürfte noch Jahre dauern
Doch zunächst haben die verbesserten diplomatischen Beziehungen auf der Handelsebene keine allzu großen Auswirkungen. Experten schätzen, dass eine Normalisierung Jahre dauern kann. Nur der US-Kongress kann das 1960 gegen Kuba verhängte Embargo beseitigen - Alleingänge der Obama-Regierung sind deshalb nicht möglich. Trotzdem profitieren bereits einige Branchen von der Lockerung des Embargos. So dürfen unter anderem US-Telekommunikationsfirmen wieder Geschäfte mit Kuba machen. Die Telefonverbindungen zwischen beiden Ländern laufen bisher über Drittländer oder Satellitenanschlüsse.

Die Firma IDT aus New Jersey schloss im Februar eine Vereinbarung mit dem kubanischen Staatsmonopolisten Etecsaals. IDT ist damit nach eigenen Angaben der bisher einzige US-Betreiber, der direkte Verbindungen zu dem Karibikstaat anbietet. Außerdem genehmigen die USA künftig etwa den Export von Baumaterialien oder Ausstattung für private Unternehmen wie Restaurants, Friseursalons oder Bauernhöfe.

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