Hohe Energiepreise

Auch britische Zentralbank zieht Zinsschraube an

Wirtschaft
05.11.2026 14:43
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die britische Notenbank hat erstmals seit drei Jahren die Leitzinsen erhöht und damit auf den Inflationsschub auf der Insel reagiert. Die wichtige Kennzahl liegt nunmehr bei 4,0 Prozent. An den Finanzmärkten wird damit gerechnet, dass das nicht der letzte Sprung nach oben war.

Die von hohen Energiepreisen getriebene Teuerung war zuletzt auf 3,5 Prozent gestiegen und hatte die Notenbank damit unter Zugzwang gebracht. Diese strebt eine Inflationsmarke von nur 2,0 Prozent an. Großbritannien ist aufgrund seiner Abhängigkeit von Erdgasimporten stärker von den Folgen des vom Iran-Krieg ausgelösten Energiepreisschocks betroffen als viele andere westliche Länder.

Leitzins-Dominoeffekt weltweit
BoE-Chef Andrew Bailey hatte ausdrücklich gewarnt, dass ein langwieriger Konflikt im Nahen Osten eine straffere Geldpolitik erforderlich machen könnte. Eine solche verfolgen bereits mehrere Notenbanken weltweit. Im September hat die US-Notenbank die Zinsen erstmals im laufenden Jahr angehoben und könnte laut Experten im Dezember nachlegen. Die Europäische Zentralbank hat 2026 bereits zwei Schritte nach oben vollzogen und könnte im Dezember einen weiteren folgen lassen.

Die Straße von Hormuz bleibt weiterhin ein Hochrisikogebiet für die internationale Schifffahrt. ...
Die Straße von Hormuz bleibt weiterhin ein Hochrisikogebiet für die internationale Schifffahrt. Das wirkt sich natürlich auch auf die weltweiten Energiepreise aus.(Bild: AFP/AFP PHOTO/US Central Command Public Affairs)

Ölpreise sanken vierten Tag in Folge
Derzeit weist der Trend bei den Ölpreisen nach unten. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee und US-Öl WTI fielen am Donnerstag um je 0,5 Prozent. Brent notierte bei 94,19 Dollar (rund 83,60 Euro) je Barrel (159 Liter), WTI bei 87,30 Dollar (in etwa 78 Euro). Am Mittwoch hatte der Brent-Preis zeitweise rund zehn Prozent nachgegeben. 

„Allerdings wird es künftig noch mehr Volatilität geben, da der Weg zu einer umfassenden diplomatischen Lösung zur Beendigung des Iran-Krieges nach wie vor mit vielen Unsicherheiten behaftet ist, während die globalen strategischen Reserven stark geschrumpft sind“, sagte June Goh, Ölanalystin bei Sparta Commodities.

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