Die Europäische Zentralbank strafft wegen der hartnäckigen Inflation den geldpolitischen Kurs. Der Letzins ist abermals um einen Viertelpunkt erhöht worden und beträgt mittlerweile 2,50 Prozent.
Die Währungshüter um EZB-Chefin Christine Lagarde hatten die Zinszügel bereits im Juni angezogen und damit auf die vom Iran-Konflikt angetriebene Teuerung im Euroraum reagiert. Der EZB-Rat bleibt auf der Hut: „Der heutige Beschluss unterstreicht die Entschlossenheit des EZB-Rats, seine Geldpolitik so auszurichten, dass sich die Inflation auf mittlere Frist beim Zielwert von zwei Prozent stabilisiert“, heißt es im Begleittext zum Zinsentscheid.
Der Konflikt im Nahen Osten erzeuge weiterhin Inflationsdruck, und die Inflation dürfte für einen längeren Zeitraum deutlich über dem Zielwert von 2,0 Prozent bleiben. An den Terminmärkten stellt man sich darauf ein, dass eine weitere Zinserhöhung bereits im Dezember kommen wird.
Kampf gegen den Ölpreisschock
Der Ölpreis war Mitte der Woche wieder über die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar (rund 86 Euro) je Barrel gesprungen. Anleger befürchten wegen der eskalierenden Angriffe im Nahen Osten eine Unterbrechung der Öllieferungen aus der Region.
Die EZB will verhindern, dass der Ölpreisschock das Preisgefüge im Euroraum nachhaltig verändert: Denn die vom Iran-Krieg hochgetriebenen Energiekosten für Konsumenten und Firmen bergen die Gefahr, dass eine Lohn-Preis-Spirale in Gang kommt und sich die starke Teuerung so verfestigt.
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