Married At First Sight

Missbrauchsvorwürfe: Aus für Dating-Show jetzt fix

Society International
05.11.2026 14:31
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der britische Sender Channel 4 hat die Dating-Show „Married At First Sight“ endgültig aus seinem Programm gestrichen. Grund für die Entscheidung war eine externe Untersuchung wegen sexuellen Übergriffen. Eine fertig gedrehte Staffel wird nicht veröffentlicht.

Zwar wurden im Zuge der Untersuchung laut Geschäftsführerin Priya Dogra keine schwerwiegenden Versäumnisse des Senders festgestellt. Dennoch habe man sich dazu entschieden, die Sendung abzusetzen, heißt es in einer Mitteilung von Channel 4. Auch die bereits gedrehte sechste Staffel wird demnach nicht ausgestrahlt.

Drei Männer beschuldigt
Zwei Frauen hatten der BBC gegenüber angegeben, während der Dreharbeiten vergewaltigt worden zu sein. Eine dritte berichtete von sexuellem Fehlverhalten. Die drei beschuldigten Männer bestreiten die Vorwürfe. Im Juni wurde der Nachrichtenagentur PA zufolge ein Teilnehmer wegen des Verdachts der Vergewaltigung festgenommen. Er befindet sich inzwischen wieder unter Auflagen auf freiem Fuß. Die Ermittlungen dauern an.

Singles lernen sich am Hochzeitstag kennen
In der Show werden Singles von Experten zusammengebracht und lernen sich erst am Tag ihrer Hochzeit kennen. Die Ehen sind rechtlich nicht bindend. Die BBC bezeichnet das Format als „gewagtes soziales Experiment“.

Die mit der externen Überprüfung beauftragten Experten stellten zwar keine Verstöße gegen die Vorgaben der Aufsichtsbehörde Ofcom fest, identifizierten aber einzelne Fälle, in denen Schutzmaßnahmen nicht vollständig umgesetzt worden waren. Zudem empfahlen sie Änderungen am Format. So sollte unter anderem die sogenannte „Intimacy Week“ abgeschafft werden, in der die frisch verheirateten Paare ihre körperliche Intimität vertiefen sollten.

„Brauchen mehr Kontrolle“
Die Empfehlungen seien „sinnvoll und umsetzbar“, sagte Dogra laut Mitteilung, jedoch erforderten sie ein „wesentlich höheres Maß an Eingriffen, Überwachung und Kontrolle“. Die Sendung habe zudem „nach zehn Jahren ihren Lauf genommen“.

Grenzwertige, oft als Experiment ausgelegte britische Reality-TV-Formate sorgten in den vergangenen Jahren immer wieder für Aufruhr. Etwa in der inzwischen eingestellten Channel-4-Sendung „Naked Attraction“ wählten Teilnehmer ihre Dating-Partner anhand gezeigter Geschlechtsteile aus. Die Gesichter bekamen sie erst zum Schluss zu sehen.

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