Wegen der stark gestiegenen Gaskosten sowie dem Einbruch bei der Nachfrage nach Düngemitteln hat der Linzer Produzent LAT Nitrogen seine Anlagen auf das technische Minimum zurückgefahren. Ein Ende der Drosselung ist noch nicht in Sicht.
LAT Nitrogen ist das größte Unternehmen im Linzer Chemiepark und produziert in Oberösterreichs Landeshauptstadt jährlich rund 1,5 Millionen Tonnen Düngemittel sowie 500.000 Tonnen technische Stickstoffprodukte. Aktuell ist die Fertigung aber stark gedrosselt: „Die Anlagen laufen derzeit im technischen Minimum, also mit der geringsten Auslastung, die einen sicheren Betrieb erlaubt. Ein vollständiger Stillstand ist aufgrund des kontinuierlichen Produktionsprozesses nicht geplant“, sagt Leonhard Werner, Standortleiter von LAT Nitrogen Linz gegenüber der „Krone“.
Grund für den drastischen Einschnitt seien die „stark gestiegenen Gaskosten und ein deutlicher Rückgang der Nachfrage nach Düngemittel“. Auf die rund 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Linz habe die Maßnahme aber keine Auswirkungen.
„Zeitliche Prognose nicht möglich“
Die Fertigung läuft bereits „seit den Sommermonaten“ im Minimalmodus, heißt es vom Unternehmen. Wie lange die Drosselung noch andauert, ist noch nicht absehbar: „Sobald die Nachfrage anzieht, fahren wir die Produktion wieder hoch. Eine konkrete zeitliche Prognose ist derzeit nicht möglich“, sagt Standortleiter Werner.
Die Muttergesellschaft von LAT Nitrogen, AGF Nitrogen aus Tschechien, hatte bereits am Mittwoch mitgeteilt, Teile seiner Produktion in Europa gestoppt zu haben. Als Gründe nannten die Tschechen ebenfalls die hohen Gaspreise sowie die schwache Nachfrage.
LAT Nitrogen ging aus der früheren Düngemittelsparte der Borealis im Linzer Chemiepark hervor. Das Unternehmen ist der größte einzelne Erdgasverbraucher Österreichs. Gas ist der Ausgangsstoff für Ammoniak, der wiederum für Düngemittel benötigt wird.
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