Von seinem umstrittenen Diesel-Deal mit Russland erwartete sich US-Präsident Donald Trump niedrigere Spritpreise und dadurch die Gunst der Wähler. Der Plan ging nicht auf, vielmehr gerät jetzt der ganze Deal ins Wanken: Zwei Diesel-Tanker, die am Weg in die USA waren, drehten plötzlich ab.
Drei Tanker waren bisher mit Diesel beladen in Richtung der USA geschickt worden. Zwei von ihnen haben nun abrupt ihren Kurs geändert, wie die „Financial Times“ berichtet.
Am Atlantik abgedreht
Das eine Schiff ist die „Talisman“, ein 20 Jahre alter russischer Tanker, gegen den die USA, die EU und Großbritannien Sanktionen verhängt hatten. Er machte am Atlantik kehrt und fuhr durch die Straße von Gibraltar ins Mittelmeer. Er befindet sich vor der algerischen Küste und sendet das Signal „for orders“ (dt.: „Warte auf Anweisung“) aus. Das zeigt an, dass für die Ladung weder Käufer noch Bestimmungshafen feststehen.
Auch der unter der Flagge von Sierra Leone fahrende Tanker „Leruo“ gibt als Ziel nicht mehr die Ostküste der USA an. Er änderte am Montag sein Signal auf „Brasilien“ und nahm entsprechend einen Kurs Richtung Südamerika (siehe X-Post unten). Auch die „Leruo“ ist mit Sanktionen belegt.
US-Käufer sind zurückhaltend
Ein drittes, mit russischem Diesel beladenes Schiff – der griechische Tanker „Agioi Fanendes“ – scheint seine Reise in Richtung USA fortzusetzen, sendet jedoch ebenfalls das Signal „for orders“. Die „Agioi Fanendes“ soll noch an diesem Wochenende in New York eintreffen. Matt Smith, Analyst bei der Datenplattform Kpler, würde es aber nicht überraschen, „wenn auch dieser Tank abdrehen würde“, wie er gegenüber der „Financial Times“ sagte. Als Grund führt er an, dass die US-Käufer zurückhaltend sind, weil sie rechtliche Probleme fürchten.
So hatten demokratische Kongressabgeordnete kürzlich erklärt, Trumps Abkommen mit Russlands Präsident Putin könnte rechtswidrig sein, und forderten ihn auf, es rückgängig zu machen. Auch einige republikanische Abgeordnete schlossen sich dem an. Vergangene Woche schärfte zudem die demokratische Gouverneurin von New Jersey, Mikie Sherrill, kürzlich Hafenbetreibern ein, jeden Tanker mit russischem Diesel abzuweisen, da sonst harte Strafen drohen. New Jersey ist ein wichtiger Umschlagplatz für Lieferungen, die im New Yorker Hafen ankommen.
Deal steht auf der Kippe
Schon vor den Midterms war es somit bereits schwierig, das Abkommen umzusetzen. Nach ihrem Erdrutschsieg dürften die Demokraten ihre künftige Mehrheit nutzen, um es Trump noch schwieriger zu machen. Sein groß angekündigter Diesel-Deal mit Russland ist damit kurz davor, zu scheitern.
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