Mit teuren Luxuskarossen sollen Kriminelle ein europaweites Steuerbetrugsnetz betrieben haben. Jetzt schlugen Ermittler in einer groß angelegten internationalen Aktion zu – und auch Österreich war maßgeblich beteiligt! Mehr als 100 Einsatzorte wurden durchsucht, mehrere Verdächtige festgenommen und zahlreiche Vermögenswerte sichergestellt. Der geschätzte Schaden: mehr als 100 Millionen Euro!
Die groß angelegte Operation mit dem Namen „J.A.V.E.L.I.N.“ (Joint Analysis of VAT Evasion in Luxury International-vehicle-trading Networks) fand am Mittwoch in mehreren europäischen Ländern statt. Im Visier der Ermittler stand ein grenzüberschreitendes Netzwerk, das mit einem ausgeklügelten System beim Handel mit hochpreisigen Fahrzeugen Steuern hinterzogen haben soll. Die Ermittlungen wurden im Auftrag der Europäischen Staatsanwaltschaft geführt.
Millionenbetrug mit teuren Neuwagen
Besonders im Fokus standen dabei Neufahrzeuge. Über ein Geflecht aus Firmen und zwischengeschalteten Gesellschaften sollen die tatsächlichen Lieferwege verschleiert worden sein. Mithilfe sogenannter Briefkastenfirmen und „Missing Trader“-Gesellschaften sollen die Täter die Umsatzsteuer umgangen haben. Teilweise seien sogar fingierte Transport- und Liefernachweise verwendet worden.
Allein in Österreich standen Fahrzeuglieferungen mit einem Gesamtvolumen von rund 80 Millionen Euro im Mittelpunkt der Ermittlungen. Der mutmaßliche Steuerschaden hierzulande wird auf mehr als zehn Millionen Euro geschätzt.
Razzien in Tirol und Vorarlberg
Auch die österreichischen Ermittler waren massiv im Einsatz: 84 Mitarbeiter der Finanzverwaltung unterstützten die Aktion gemeinsam mit der Polizei und internationalen Partnerbehörden. In Tirol und Vorarlberg wurden insgesamt zwölf Hausdurchsuchungen durchgeführt.
Dabei stellten die Einsatzkräfte umfangreiche Beweismittel sicher. Neben Geschäftsunterlagen und elektronischen Datenträgern gerieten auch hochwertige Vermögensgegenstände und Immobilien ins Visier der Ermittler.
Fünf Festnahmen mit Österreich-Bezug
Im Zuge der Ermittlungen kam es auch zu mehreren Festnahmen. Drei Personen wurden unmittelbar in Österreich festgenommen. Zwei weitere österreichische Staatsangehörige gingen deutschen Einsatzkräften in Deutschland ins Netz.
Was in Österreich gilt, gilt natürlich auch international: Keine Toleranz beim Steuerbetrug. I

Finanzminister Markus Marterbauer
Bild: APA/HANS KLAUS TECHT
Europaweit wird der mutmaßliche Umsatzsteuerbetrug auf mehr als 100 Millionen Euro geschätzt. Die Auswertung der sichergestellten Unterlagen und Vermögenswerte läuft noch.
Finanzminister Markus Marterbauer betonte nach dem erfolgreichen Einsatz die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit: „Betrug kennt keine Grenzen.“ Zugleich kündigte er an, auch auf EU-Ebene weiter Druck für Verbesserungen bei der Betrugsbekämpfung machen zu wollen: „Was in Österreich gilt, gilt natürlich auch international: Keine Toleranz beim Steuerbetrug. Im Sinne der ehrlichen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler in Europa.“
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